Zamek: Gläubiger gehen wohl leer aus

Zamek
Gläubiger gehen wohl leer aus

Der insolvente Suppenhersteller Zamek kann offenbar kaum Geld an seine Gläubiger auszahlen. Damit dürften auch die Anleger leer ausgehen, die dem Unternehmen Anleihen im Wert von 45 Millionen Euro abgekauft hatten.
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DüsseldorfNeuigkeiten beim insolventen Düsseldorfer Suppenhersteller Zamek: Wie der Express am Wochenende berichtete, sollen Gläubiger quasi leer ausgehen. Die Zamek-Holding soll Schulden in Höhe von 76,1 Millionen Euro haben und die Gläubiger nur noch ein Prozent ihrer Forderungen erhalten, so der Express. Unter den Gläubigern befinden sich neben Dienstleistern und Lieferanten auch Anleger, die Zamek in den Jahren 2012 und 2013 Unternehmensanleihen im Wert von 45 Millionen Euro abgenommen hatten.

Das Lokalblatt beruft sich bei den zitierten Informationen auf ein geheimes Dokument, aus dem hervorgehe, dass der Insolvenzverwalter dem Gericht den Schuldenstand mitgeteilt habe. Im Dezember wurden die Zamek-Tochtergesellschaften in Düsseldorf und Dresden an den Investor Dricon verkauft. Dort war bis zum Nachmittag für eine Stellungnahme niemand zu erreichen.

Dass Gläubiger von Zamek kaum mehr Geld erwarten dürfen, passt allerdings zu Recherchen, die das Handelsblatt bereits vergangenen Sommer angestrengt hatte. Demnach haben Anleger ihr Geld offiziell der Konzernmutter – der verwaltenden Holding – und nicht den operativ arbeitenden Tochtergesellschaften geliehen. Die Holding selbst hat allerdings außer einem Grundstück keine Sicherheiten, die jetzt zu Geld gemacht werden könnten. Die Millionen selbst reichte Zamek offenbar teils an Banken weiter, um Schulden abzulösen, teils an andere Investoren. Der Rest versickerte wohl in den defizitären Tochtergesellschaften.

Bereits im vergangenen Sommer bestätigte die Staatsanwaltschaft, den Anfangsverdacht der Insolvenzverschleppung zu prüfen. Die damalige Geschäftsführerin Petra Zamek hatte das Unternehmen bereits knapp drei Wochen verlassen, bevor das Unternehmen den Insolvenzantrag beim Düsseldorfer Amtsgericht eingereicht hatte. Unter Berufung auf die Gläubigerversammlung sollen neben der Insolvenzverschleppung laut Express nun auch weitere Unregelmäßigkeiten geprüft werden. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft bestätigte indessen, Straftaten zu prüfen.

Einen Hoffnungsschimmer haben Gläubiger aber doch noch. So versucht der Insolvenzverwalter, Christoph Niering, aktuell, von der ehemaligen Geschäftsführung im Rahmen der Geschäftsführerhaftung knapp 40 Millionen Euro zu erhalten.

Sara Zinnecker
Sara Zinnecker
Handelsblatt online / Redakteurin

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