Kursverluste: Goldminenaktien stürzen ab
San Francisco. Ross Norman ist verwirrt. Der Chef des traditionsreichen Goldhändlers Sharps Pixley versteht nicht, warum die chinesische Regierung ihre Goldbestände kleinredet. Denn das ist seiner Meinung nach passiert, als zum Wochenende die Notenbank-Bestände von 1658 Tonnen Gold bekanntgegeben wurden.
Das ist immerhin ein Plus von 60 Prozent gegenüber 2009, als die letzten Zahlen veröffentlicht wurden. Aber diese Zahl bringt China auch auf den fünften Platz hinter den USA (8133 Tonnen), Deutschland (3383 Tonnen), Italien und Frankreich. Alle Welt hatte mehr erwartet. So wie Norman, der vor seinem geistigen Auge über 4000 Tonnen in chinesischen Staatstresoren gehortet sah.
Gold ist nicht nur bei Privatanlegern beliebt. Auch Notenbanken legen einen Teil ihrer Währungsreserven in Gold an. (Foto: Bundesbank/dpa)
Foto: dpaDiese Verwirrung könnten Spekulanten in Shanghai und New York ausgenutzt haben, um den Goldpreis in den Keller zu schicken. „The Telegraph“ zitiert Norman mit der Analyse, dass Sonntagnacht an der Globex Exchange in New York binnen gerade mal zwei Minuten 7600 Kontrakte über insgesamt 24 Tonnen Gold auf den Markt geworfen wurden.
Praktisch zeitgleich lähmten die Verkäufe von Kontrakten über 33 Tonnen Gold in Shanghai den dortigen Markt. Die Börse in Japan war wegen eines Feiertags geschlossen und Europa schlief noch. Ein „dünner Markt“ also, der stark reagierte. Norman vermutet dahinter gezielte „short“-Verkäufe. Damit versuchen manche Börsianer einen Markt zu drücken, an dem sie beispielsweise Zertifikate halten - um dann überproportional vom Preissturz zu profitieren.