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Abwertungswettlauf stoppenFriedensgrüße im Währungskrieg

Der Welt droht ein Währungskrieg wie seit den 30er-Jahren nicht mehr. Japan drückt den Yen-Kurs. Das hilft der Wirtschaft, hat aber höchstes Ansteckungspotenzial. Eilig wird versucht, den Abwertungswettlauf zu stoppen.Julian Mertens 11.02.2013 - 15:58 Uhr Artikel anhören

Yen, Yuan und Dollar: Der weltweite Abwertungswettlauf hat längst begonnen.

Foto: Reuters

Düsseldorf. „Japan hat die Welt verändert“, schrieben kürzlich Devisenexperten von Morgan Stanley - und die galten bisher nicht als Anhänger von Dramatisierungen. Mit seinem Handeln würde das Land die anderen Notenbanken provozieren. Außerdem beobachten die Fachleute rund um den Globus besorgte Politiker, die um ihre nationale Wettbewerbsfähigkeit fürchten und sich für eine „aggressive“ Währungspolitik einsetzten.

Die Welt ist auf dem besten Weg, in einen Währungskrieg zu schlittern, fürchten immer mehr Analysten. Die wichtigsten Anzeichen: Die Notenbanken fluten die Märkte mit ihrer eigenen Währung, halten die Zinsen niedrig, kaufen Staatsanleihen auf – und sie folgen verstärkt den Vorgaben der Politik, die mit Konjunkturprogrammen die Unternehmen ihrer Länder unterstützen.

So funktionieren Eingriffe in den Devisenmarkt
Die Intervention einer Notenbank bezieht sich immer auf die eigene Landeswährung. Die Zentralbanker kaufen oder verkaufen am Devisenmarkt die eigene Währung in großen Mengen, um deren Kurs in die gewünschte Richtung zu bewegen. Durch einen Kauf soll die Devise auf- und durch einen Verkauf abgewertet werden.
Generell werden durch eine Abwertung die Exporteure im eigenen Land meist gestärkt, weil sie ihre Waren im Ausland günstiger verkaufen können. Allerdings schmeckt dies oft anderen Ländern nicht, da ihre Firmen an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Zentralbanken und Staaten sehen nur selten tatenlos zu, wenn sich die Bedingungen für ihre Exporteure massiv verschlechtern. Im schlimmsten Fall droht ein Abwertungswettlauf der Währungen.
Ein Eingriff in den Devisenmarkt ist also meist nur dann erfolgreich, wenn er mit anderen Notenbanken abgesprochen ist. Die Europäische Zentralbank (EZB) und die Federal Reserve (Fed) in den USA haben im vergangenen Jahr nur wenig Bereitschaft erkennen lassen, sich an einer Interventionen ihrer Kollegen zu beteiligen.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat während der europäischen Schuldenkrise versucht, die Aufwertung des Franken zum Euro zu stoppen. Dafür deckte sich die Nationalbank im großen Umfang mit Euro ein. Kritiker warfen der SNB vor, der Alleingang am Devisenmarkt habe nichts gebracht - der Franken legte sogar weiter zu. Immerhin gelang es der Nationalbank eine Untergrenze von 1,20 Franken zu verteidigen.
Die EZB intervenierte zum ersten und bisher einzigen Mal im Herbst 2000 offen an den internationalen Währungsmärkten. Damals hatten EZB, die US-Notenbank Fed und die Bank von Japan gemeinsam Euro gekauft, um die Gemeinschaftswährung zu stützen. Dies gelang bei einem Kurs von 82 US-Cents.

Die Ferderal Reserve in den USA hat jede Zurückhaltung aufgegeben, Mark Carney hat für die der Bank of England das Paradigma ausgerufen, sich in Notfällen auf das nominale Wirtschaftswachstum zu konzentrieren. Die Schweizer Notenbank verteidigt eine Obergrenze für den Franken mit "unbegrenzten Devisenkäufen". „Ich erkenne die Gefahr einer kompetitiven Abwertung“, sagt EU-Währungskommissar Olli Rehn dem österreichischen Magazin „Profil“. Noch weiter geht der Wirtschaftsweise Peter Bofinger: Es herrsche Anarchie unter den Zentralbanken, sagte er der FAZ. „Und in der Anarchie gewinnt meistens der, der sich am meisten traut, der besonders skrupellos vorgeht.“

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