Neue Weltordnung: Wie China den Dollar knacken will
Mao Tse-Tung gegen George Washington: China kratzt an der Dominanz des Dollars.
Foto: apKöln. Die Welt ist abhängig vom US-Dollar - und damit von der Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Doch das muss nicht so bleiben. Der Aufstieg Chinas verändert auch die Kräfteverhältnisse an den internationalen Finanzmärkten. Neben dem Dollar und dem Euro könnte der chinesische Yuan zu einer Weltwährung aufsteigen. Die Frage ist nur: wann?
„Es kann zehn oder 20 Jahre dauern. Aber die Internationalisierung wird passieren“, sagte Jiang Shixue von der Chinese Academy of Social Sciences (CASS) auf dem China-Finanzmarktforum in Köln. Der Thinktank ist die höchste Forschungseinrichtung Chinas für diese Fachrichtung, der chinesische Wissenschaftler gilt als enger Berater der Regierung in Peking. In Köln diskutierte Jiang Shixue mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik. Thema der Veranstaltung: „Der Yuan, die neue Weltwährung? Wie China die Finanzwelt verändert.“
Die Stärke des Yuan lässt sich am Wechselkurs nur bedingt ablesen. Zwar erreichte Chinas Währung am vergangenen Freitag zum Dollar den höchsten Stand seit Anfang der 1990er-Jahre. Damals hatte China den offiziellen Wechselkurs und den Kurs, der am Markt bezahlt wurde, zusammengelegt. Seitdem wacht Peking streng darüber, dass Chinas Währung nicht zu stark aufwertet. Ein starker Yuan würde der chinesischen Exportwirtschaft schaden.