Devisen

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Neue Weltordnung: Wie China den Dollar knacken will

In Europa tobt die Schuldenkrise, doch viel bedeutender ist, was sich im Fernen Osten tut. China will den Yuan zur Weltwährung aufbauen und die Vorherrschaft des Dollars brechen. Peking folgt dabei einem strengen Plan.

Mao Tse-Tung gegen George Washington: China kratzt an der Dominanz des Dollars. Quelle: ap
Mao Tse-Tung gegen George Washington: China kratzt an der Dominanz des Dollars. Quelle: ap

KölnDie Welt ist abhängig vom US-Dollar - und damit von der Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Doch das muss nicht so bleiben. Der Aufstieg Chinas verändert auch die Kräfteverhältnisse an den internationalen Finanzmärkten. Neben dem Dollar und dem Euro könnte der chinesische Yuan zu einer Weltwährung aufsteigen. Die Frage ist nur: wann?

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„Es kann zehn oder 20 Jahre dauern. Aber die Internationalisierung wird passieren", sagte Jiang Shixue von der Chinese Academy of Social Sciences (CASS) auf dem China-Finanzmarktforum in Köln. Der Thinktank ist die höchste Forschungseinrichtung Chinas für diese Fachrichtung, der chinesische Wissenschaftler gilt als enger Berater der Regierung in Peking. In Köln diskutierte Jiang Shixue mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik. Thema der Veranstaltung: „Der Yuan, die neue Weltwährung? Wie China die Finanzwelt verändert.“

Fakten zu den Weltwährungen

  • Noch dominiert der Dollar

    Der Dollar hat derzeit noch den größten Anteil an den internationalen Währungsreserven (61,4 Prozent). Darauf folgt der Euro mit 27,0 Prozent Anteilen. Das Pfund besitzt 4,1 Prozent Anteile an den internationalen Währungsreserven, der Yen 3,6 Prozent und 3,9 Prozent teilen sich sonstige Währungen.

  • Devisentransaktionen

    85 Prozent aller Devisentransaktionen entfielen 2010 auf den Dollar. Damit hat die US-Währung an Bedeutung verloren - vor zehn Jahren war der Dollar an 90 Prozent aller Transaktionen beteiligt. Auf den Euro entfielen 2010 39 Prozent aller Transaktionen, der Yen kam auf 19 Prozent, das Britische Pfund auf 13 Prozent.

    (Anmerkung.: die Zahlen summieren sich auf 200 Prozent, da bei jeder Transaktion zwei Währungen beteiligt sind, Quelle: Bank für Internationalen Zahlungsausgleich)

  • Schuldenberge

    Die Staatsschulden Chinas betragen seit fünf Jahren kontinuierlich um die 20 Prozent des BIP. Die Schulden Europas und der USA steigen hingegen an. 2010 lagen sie zwischen 80 und 90 Prozent des BIP.

  • Schuldenabbau durch Inflation

    52.000 Milliarden Dollar beträgt die Gesamtverschuldung von Unternehmen, Staat und Bürgern der USA, das entspricht rund 355 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Ökonomen vermuten, Amerika werde die Staatsschulden durch Inflation abschmelzen. Die Folge wäre ein Dollar-Crash.

Die Stärke des Yuan lässt sich am Wechselkurs nur bedingt ablesen. Zwar erreichte Chinas Währung am vergangenen Freitag zum Dollar den höchsten Stand seit Anfang der 1990er-Jahre. Damals hatte China den offiziellen Wechselkurs und den Kurs, der am Markt bezahlt wurde, zusammengelegt. Seitdem wacht Peking streng darüber, dass Chinas Währung nicht zu stark aufwertet. Ein starker Yuan würde der chinesischen Exportwirtschaft schaden.

Seit Jahren werfen die USA den Chinesen vor, ihre Währung künstlich niedrig zu halten, um sich so einen Wettbewerbsvorteil zu erschleichen. Umgekehrt beklagt China, dass Amerika das Privileg der Weltreservewährung schamlos ausnutzt. Durch die Vormachtstellung des Dollars seien die USA in der Lage, die Währung zu manipulieren und gleichzeitig dem Rest der Welt die Zinsen zu diktieren, erklärte Jiang Shixue.

China und Deutschland im Zahlenvergleich

Noch dominiert der Dollar die Welt. Der größte Teil des Handels und fast der gesamte Handel mit Rohstoffen wird nach wie vor in der amerikanischen Währung abgerechnet. Zudem parken die meisten Staaten ihre Devisenreserven in US-Staatsanleihen, also in Dollar. Sie können gar nicht anders, denn eine Alternative ist nicht in Sicht. Der Euro konnte in seinen frühen Jahren zwar „Marktanteile“ gewinnen. Aber die Schuldenkrise hat das Vertrauen in Europas Währung schwer erschüttert. Die internationalen Investoren setzen wieder stärker auf den Dollar. Die USA sind und bleiben der größte und liquideste Anleihemarkt der Welt.

  • 14.01.2013, 12:05 UhrHermann

    Der Yuan als Weltweahrung? Unterbewertet? Wer lange genug in China lebt UND arbeitet (ich selber 11 Jahre) der weiss, dass der RMB total ueberbewertet ist. Ausserdem fragen Sie mal einen privaten chinesischen Unternehmer, ob dieser RMB bei einem internationalen Geschaft haben moechte... Er lacht Sie wahrscheinlich daraufhin nur aus.

  • 09.01.2013, 21:29 UhrHenry

    Will der chinesische Mitwettbewerber den Dollar knacken? Was gibt's zu gewinnen und wer verleiht die Medaille?

    Wettbewerber oder Mitwertbewerber sind neue Wortschöpfungen. Bei einer Sportverantaltung werden Wettkämpfer als solche oder als Teilnehmer des sportlichen Wettkampfs angekündigt.
    Gedacht waren die politisch-korrekten Schöpfungen wohl, damit sie die sprachliche Grenze zwischen Sport und Wirtschaft auflösen und die Ellenbogengesellschaft entfesseln. Damit gehen jedoch auch alle Metaphern verloren.
    Und wenn sich 1000 "Bewerber" (nicht Wettbewerber) um einen Arbeitsplatz bemühen, dann bleibt man dabei!

    Dieses "Wettbewerb" geht mir nämlich echt höllisch auf die Nerven!


  • 07.10.2012, 14:04 UhrLarsLonte

    100 Mal Niedergang [07.10.2011]


    100 Zahlen und Fakten über den Niedergang der US-Ökonomie.

    China kommt natürlich auch darin vor, unter Nr. 65, 67, 68 und 69.

    » weiterlesen »

    http://www.china-intern.de/page/wirtschaft-hintergrund/1318019478.html

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