Gold- und Silberpreise stürzen ab: „Spekulative Goldkäufer sollten aussteigen“
Goldbarren: Auch die sinkende Nachfrage nach physischem Gold aus Asien drückt auf den aktuellen Goldpreis.
Foto: dpaDüsseldorf. Seit Monaten kennen die Preise für die wichtigsten Edelmetalle nur eine Richtung: abwärts. Gold und Silber fielen im Oktober dieses Jahres auf ein neues Viereinhalb Jahrestief. Der Goldpreis fiel Anfang November sogar unter die Stabilitätsmarke von 1200 US-Dollar je Feinunze (rund 31 Gramm) und steht aktuell bei rund 1145 Dollar. Als Stabilitätsmarke wird der Bereich um 1200 US-Dollar bezeichnet, weil der Goldpreis nach Kursverlusten in den letzten Jahren zuvor immer wieder an dieser Marke nach oben abprallte, sagt Eugen Weinberg, Rohstoffexperte der Commerzbank im Interview mit Handelsblatt Online.
Die Aussichten für das gelbe Edelmetall bleiben weiterhin schlecht. Michael Haigh, Rohstoffanalyst von Société Générale hält laut Bloomberg Interview auch ein Preisverfall bis hin zu 1000 US-Dollar je Feinunze für möglich. Haigh war einer der Analysten, die auch den starken Kursverlust im letzten Jahr richtig prognostiziert hatten.
Diese Prognose teilen die Analysten der US-Investmentbank Goldman Sachs, die einen Kurs von 1050 US-Dollar pro Unze für realistisch halten. Weinberg hält einen solchen Preis kurzfristig auch für möglich, aber nicht über einen längeren Zeitraum hinweg. „Auf lange Sicht werden die Goldpreise vermutlich wieder steigen“, so der Commerzbanker.
Bei Silber zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. BNP Paribas sieht bei einem aktuellen Kurs von gut 15 US-Dollar einen charttechnischen Abwärtstrend, der einen Preisverfall bis 14,63 US-Dollar zur Folge haben könnte. Erst durch einen Anstieg über 17 US-Dollar könnte sich die Situation ändern. Gold und Platin sind laut BNP Paribas ebenfalls im Abwärts- bzw. Seitwärtstrend.