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Unfallversicherungen im TestGut versichert in der Freizeit

Private Unfallversicherungen springen ein, wenn außerhalb der Arbeitszeit ein schweres Unglück passiert. Das Analysehaus Franke und Bornberg hat für das Handelsblatt Policen getestet und deutliche Unterschiede erkannt.Julia Groth 01.03.2017 - 13:18 Uhr Artikel anhören

Bei der Hausarbeit passieren viele Unfälle.

Foto: dpa

Köln. Die schlimmsten Unfälle passieren im Haushalt. An dieser Binsenweisheit ist etwas Wahres dran, zeigt eine aktuelle Studie der Minijob-Zentrale, die sich auf Daten der Statistischen Landesämter stützt. Demnach ereigneten sich im vergangenen Jahr in deutschen Haushalten 9.815 tödliche Unfälle – fast dreimal so viele wie im Straßenverkehr. Oft waren Stürze die Ursache, beispielsweise beim Fensterputzen. Auch andere Freizeitbeschäftigungen haben mitunter böse Folgen. Beim Reiten oder Fahrradfahren kann man stürzen, beim Waldspaziergang lauern Zecken im Gebüsch, die mit ihren Bissen Borreliose übertragen können. Für all diese Schäden zahlt die gesetzliche Unfallversicherung nicht.

Eine private Unfallversicherung kann deshalb nützlich sein. Sie springt ein, wenn sich in der Freizeit ein schwerer Unfall ereignet, der bleibende Gesundheitsschäden zur Folge hat. Bei Unglücken, die zu Invalidität führen, zahlt der Versicherer einmalig eine hohe Summe. Damit können Betroffene ihr Haus oder ihre Wohnung barrierefrei umbauen oder Einkommensverluste ausgleichen. Im Todesfall können Angehörige eine zuvor festgelegte Summe ausgezahlt bekommen.

Rating von Franke und Bornberg

Die besten Unfallversicherungen

Verbraucherschützer zählen die Unfallversicherung nicht zu den Muss-Policen. Wer sich für den Fall absichern will, nicht mehr arbeiten zu können, sollte stattdessen eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, raten sie. Für bestimmte Personengruppen kann eine Unfallversicherung aber sinnvoll sein: etwa für Menschen, die wegen Vorerkrankungen keine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen. Oder für Menschen mit erhöhtem Unfallrisiko. Dazu zählen zum Beispiel Sportler, die eine Risikosportart wie Motorradfahren oder Snowboarden ausüben. Sie sollten allerdings vor Vertragsabschluss prüfen, ob ihr Hobby mitversichert ist. Einige Versicherer schließen bestimmte Freizeitaktivitäten aus.

Eine passende Unfallversicherung ist nicht leicht zu finden. „Die Leistungs- und Konzeptunterschiede sind beträchtlich“, sagen die Experten des Analysehauses Franke und Bornberg. Manche Versicherer bieten viele Zusatzleistungen an, übernehmen etwa die Kosten für eine Haushaltshilfe. Andere verzichten auf solche Extras und konzentrieren sich auf eine hohe Versicherungssumme. „Beide Ansätze haben ihre Berechtigung“, urteilen die Experten. Aber nicht jede Police passt für jeden Kunden.

Versicherungsnehmer sollten grundsätzlich auf eine hohe Progression achten. Das bedeutet: Ab einem Invaliditätsgrad von 25 Prozent erhöht sich durch die Progression die Grundsumme der Versicherung. Bei einer Grundsumme von 100.000 Euro und einer Progression von 500 Prozent bekommen Versicherte bei Invalidität 500.000 Euro ausgezahlt. Man sollte sich durch eine hohe Progression allerdings nicht dazu verleiten lassen, eine günstige Police mit sehr niedriger Grundsumme zu wählen, warnen Verbraucherschützer. Sonst drohen Nachteile, wenn bei einem Schadensfall die Invaliditätsgrenze unter 25 Prozent bleibt.

Die Experten von Franke und Bornberg haben für das Handelsblatt Unfallversicherungen unter die Lupe genommen. Alle getesteten Policen fallen in die Kategorie Topschutz: Sie erfüllen bestimmte Kriterien, umfassen etwa Leistungen für kosmetische Operationen oder versichern auch Verletzungen durch Tiere. Policen dieser Kategorie eignen sich für Verbraucher, die einen umfassenden Unfallschutz benötigen und auch finanzieren können, heißt es von dem Research-Haus. Die Experten haben bei ihrem Test durchweg Angebote mit einer Progression von 500 Prozent gewählt, um die Policen besser vergleichen zu können. In zwei Fällen – bei „komfort Extra“ von Axa und „lifeconcept komfort Paket“ von WWK – liegt die Progression bei 600 Prozent, weil 500 Prozent nicht angeboten wurden. Die Grundsumme beträgt stets 100.000 Euro.

Wichtiges zur Vorsorgevollmacht
Eine Vorsorgevollmacht ist eine besondere Art der Vollmacht und rechtlich gesehen ein Auftrag. Darin können eine oder mehrere Personen benannt werden, die alle Aufgaben für Sie erledigen, wenn Sie es selbst nicht können.
Nicht nur alte Menschen können auf Hilfe angewiesen sein und in die Lage geraten, selbst keine Entscheidungen mehr treffen zu können. Durch einen Unfall oder eine plötzliche Krankheit kann das jeden treffen. Bis zum 18. Geburtstag sind automatisch die Eltern bevollmächtigt. Doch danach können ohne explizite Vollmacht nicht einmal die Ehepartner für einander entscheiden. Dann setzt das Gericht einen Bevollmächtigten ein. Um seinen Vertreter selbst zu bestimmen, sollte jeder über 18 Jahre eine Vorsorgevollmacht erstellen.
Der Bevollmächtigte kann mit vielfältigen Aufgaben betraut werden. Er kann zum Beispiel über medizinische Behandlungen entscheiden sowie Regelungen zum Vermögen und zum Aufenthaltsort treffen. Die Person kann etwa als Vertreter gegenüber der Bank, der Krankenkasse oder gegenüber Ärzten agieren.
Der Bevollmächtigte muss Ihr uneingeschränktes Vertrauen genießen. Er sollte in der Lage sein, Ihre Interessen durchzusetzen. Zudem muss er gegebenenfalls auch schwierige Situationen meistern und sehr weitreichende Entscheidungen treffen.
Wer alleinstehend ist und keine Vertrauensperson hat, kann sich an Betreuungsvereine, Wohlfahrtsverbände, Kirchen oder Anwälte wenden, die eine Betreuung übernehmen.
Eine Vorsorgevollmacht kann jederzeit geändert werden. Hat ein Notar sie beurkundet, sollte sie schriftlich widerrufen werden.
Die Originale der Dokumente sollten am besten in einem Notfallordner in der eigenen Wohnung aufbewahrt werden. Der Bevollmächtigte sollte den Ort kennen und zudem Kopien der Unterlagen haben. Gegen eine einmalige Gebühr kann die Vorsorgevollmacht beim Zentralen Vorsorgeregister registriert werden.
„Das Vorsorge-Set“, Stiftung Warentest, ISBN: 978-3-86851-360-8 (12,90 Euro)

Die Analysten von Franke und Bornberg haben sowohl die Leistungen als auch die Kosten verschiedener Unfallversicherungen analysiert. Ein FFF-Rating entspricht einer Top-Leistung. Das Rating geht mit 70 Prozent in die Endnote ein, die Höhe der Prämie mit 30 Prozent. So konnten auch teure Policen im Test eine sehr gute Note bekommen – sofern die Leistung stimmt. Umgekehrt schnitten günstige Policen nicht notwendigerweise gut ab. Bezüglich der Prämie haben die Tester zwei Musterfälle definiert: einen Bankkaufmann (Gefahrengruppe A) und einen Maler (Gefahrengruppe B), geboren im Jahr 1990. Der Bankkaufmann fällt bei Versicherern in eine niedrigere Gefahrengruppe als der Handwerker und zahlt dementsprechend niedrigere Beiträge.

Der Ranking-Sieger, die „Unfallversicherung Top VIT“ von der Gegenseitigkeit Versicherung Oldenburg, hat sowohl bei der Leistung als auch bei der Höhe der Prämien die volle Punktzahl erreicht. Der Bankkaufmann zahlt für die Police 101,86 Euro pro Jahr, der Maler 166,60 Euro. Einige andere Versicherer verlangen mehr als das Doppelte, bei teilweise deutlich schlechterer Leistung. Insgesamt bekamen 13 Produkte die Note „sehr gut“, darunter Policen von Hanse Merkur, Volkswohl Bund und Helvetia.

Die besten Unfallversicherungen

Besonders schlecht schnitten die „Exklusivdeckung“ der BGV-Versicherung und die „Unfallversicherung Spezial“ der Öffentlichen Sachversicherung Braunschweig ab. Erstere liegt bei den Preisen im Mittelfeld, fiel aber bei der Leistungsprüfung durch. Bei Letzterer war es umgekehrt. Immerhin: Die Police der Öffentlichen Sachversicherung Braunschweig gehört zu den wenigen Unfallversicherungen, bei deren Abschluss keine Gesundheitsfragen gestellt werden. Diese Tarife eignen sich insbesondere für Menschen mit Vorerkrankungen.

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Tabelle zum Download (pdf-Datei):

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