Prozess
Gericht legt „Hundeflüsterer“ an die Leine

Ein hochbezahlter und umstrittener Hundetrainer aus den USA findet bei niedersächsischen Richtern kein Gehör. Per Tierschutzgesetz legen sie Cesar Millan an die Leine. Auf Deutschland-Tournee will er trotzdem gehen.
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LüneburgDer als „Hundeflüsterer“ bekannte Tiertrainer Cesar Millan (45) hat einen juristischen Maulkorb verpasst bekommen. Der nicht nur von Hollywood-Stars wie Jennifer Aniston oder Charlize Theron zu Rate gezogene Millan braucht in Niedersachsen genau wie weniger berühmte Ausbilder eine tierschutzrechtliche Erlaubnis der Landeshauptstadt Hannover. Das entschieden die Richter des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg am Mittwoch in letzter Instanz und wiesen damit einen Eilantrag des Hundetrainers zurück (Az. 11 ME 228/14).

Laut Medienberichten fiel Millan allerdings am 10. September trotz Dolmetschers durch die erforderliche Prüfung für Hundetrainer.

Millan will seine umstrittenen Methoden auf einer Tournee in Deutschland, die am Mittwoch in Hannover beginnen sollte, zeigen. Weitere Orte sind Köln, Oberhausen, Berlin, Hamburg, Stuttgart, Nürnberg und Mannheim.

„Auch das gewerbsmäßige einmalige Ausbilden von Hunden oder Anleiten von Hundehaltern zur Ausbildung ihrer Hunde kann zu negativen Auswirkungen auf das Wohlergehen der Tiere führen“, stellten die Richter fest.

Bei der Show würden an Hunden vor deren Haltern Trainingsmethoden demonstriert. Das sei zumindest ein Anleiten der Hundehalter zur Ausbildung ihrer Hunde im Sinne des Tierschutzgesetzes. Damit gelte die Erlaubnispflicht der Behörden und der Millan fehlende Sachkundenachweis sei erforderlich. Der Beschluss ist unanfechtbar.

„Die Veranstaltung in Hannover wird wie geplant stattfinden“, sagte Millans Sprecher Florian Wastl nach der Entscheidung. Auch die anderen sieben Shows fänden planmäßig statt. Millan werde sich an die Auflagen der Behörden halten. „Das Tierschutzgesetz gilt bundesweit“, betonte die OVG-Sprecherin.

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