Alte Kunst
Russen liefern sich aufregende Bietgefechte

Internationale Sammler sorgen bei Van Ham für Spitzenzuschläge. Besonders gut schneidet bei ihnen die Malerei des 19. Jahrhunderts ab.
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Russisches Kaufinteresse bescherte Van Ham am 15. November 2013 einige aufregende Bietgefechte und ein gutes Ergebnis für Alte Kunst. Am meisten profitierte davon erwartungsgemäß das bestens aufgestellte Angebot an 19. Jahrhundert-Malerei. Zwar landete Konstantin Alekseewich Korowins Spätwerk „Junge Dame mit Rosenstrauß“ am Ende im US-Handel. Doch ohne die zahlreichen russischen Mitbieter hätte das zum unteren Schätzpreis bei 80.000 Euro aufgerufene Bildnis nie die 375.000 Euro inkl. Aufgeld erzielt.

Erstaunliche Preiskarrieren machten auch Gemälde von Pimen Nikititsch Orlow und dem in Petersburg verstorbenen Julius von Klever. Beide Werke gingen in Moskauer Privatbesitz. Orlows traurige, aber sehr schöne junge Dame konnte ihre obere Taxe versechsfachen und kam auf 92.500 Euro; an Klevers dramatisch beleuchtetem Fischerdorf im Schnee hängten sich sechs russische Telefonbieter, die für ein Ergebnis von 52.500 Euro sorgten (20.000 bis 30.000 Euro). Russen waren auch für den internationalen Auktionsrekord für Theodor Groll (1857-1913) verantwortlich. Dessen stimmungsvolle und detailreich erzählte Venedigansicht trieben sie von geschätzten 15.000 bis 20.000 Euro auf 58.750 Euro.

Im sehr viel schmaler ausgestatteten Angebot Alter Meister sicherte sich russische Kundschaft für 85.000 Euro das Porträt der mächtigen alten Wettereiche, das Jan van Goyen als 36-Jähriger malte (Taxe 40.000 bis 60.000 Euro). Es stammt aus dem eklektizistischen Nachlass des Bergwerksunternehmers Victor Rolff (1934-2012), dem Van Ham einen eigenen Katalog gewidmet hat. Sicher hätte es ohne Craquellée und Doublierung mehr bringen können, zumal es ein motivisches Pendant im Rijksmuseum Amsterdam gibt.

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