Sammlung Dahmen
Kunst im Squashcenter

Die Privatsammler Rosi und Rudolf Dahmen zeigen eine hochkarätige Ausstellung. Werke von Gregor Schneider und Ralf Berger besetzen ein ganzes Squash-Center – die Wohnung der Kunstfreunde.

DüsseldorfDie Location ist so außergewöhnlich wie die erste Ausstellung qualitätvoll. Das Sammlerpaar Rosi und Rudolf Dahmen präsentiert sich mit einer sensationellen, weil qualitätvollen Schau. Aus Mönchengladbach stammend, hat das Ehepaar sein Düsseldorfer Domizil 2015 dort aufgeschlagen, wo man garantiert keine Kunst erwartet. In einer abgelegenen, doch zentrumsnahen Straße, in einem Wohnblock, der einst in Keller und Erdgeschoß einen Squash Club beherbergt hatte.

Kunst für den Kopf

Loftartig weit geben sich Wohn-, Ess- und Küchenbereich; nur die Wasch- und Schlafräume sind abgetrennt. Überall ist sperrige Kunst ausgestellt. Kunst, die sich dem schnellen Konsum verweigert und Nachdenken fordert. Überall darf der Gast hinein. Auf etlichen Wänden flirren Videos. Die Schau trägt keinen Titel, ist ‚cutting edge‘ und stünde jedem profilierten Museum, respektive Kunstverein gut an.

Das Opening versammelt in dem 1.500 qm großen Erd- und Kellergeschoss 20 Arbeiten von Ralf Berger und 43 von Gregor Schneider. Viele sind Leihgaben der Künstler, die auch die Ausstellung organisiert haben. Sie stehen in engem Zusammenhang mit Arbeiten, die die Dahmens besitzen. Seit seinen Anfängen in der Galerie Löhrl begleiten sie Gregor Schneider. Mit Ralf Berger sind sie befreundet.

Kabinen für die Kunst

Das Spektakulärste ist der Blick von der Küche durch eine Glaswand hinunter in einen der zwölf verbliebenen Trainingsplätze. Hier hat der Konzeptkünstler Ralf Berger die Dreikanal-Installation „Posthistorische Melancholie“ installiert. In diesem Jahr entstanden, fasst Bergers Performance den Zustand unserer von  kopflosen Integrationsbemühungen konturlos gewordenen Politik so prägnant ins Bild wie kein anderes Werk der zeitgenössischen Kunst.

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