„Thor“ von Airbus

Ein Flugzeug zum Ausdrucken

Das Airbus-Flugzeug „Thor“ ist das erste funktionsfähige Flugzeug aus einem 3D-Drucker. Die Luftfahrtbranche ist elektrisiert, denn die neue Technik könnte viele Kosten sparen.
Es sieht mehr aus wie ein Modellflugzeug, sorgt in der Luftfahrtbranche aber für helle Aufregung: Das Airbus-Modell „Thor“ kommt fast ausschließlich aus dem 3D-Drucker. Quelle: AFP
Aus dem Drucker

Es sieht mehr aus wie ein Modellflugzeug, sorgt in der Luftfahrtbranche aber für helle Aufregung: Das Airbus-Modell „Thor“ kommt fast ausschließlich aus dem 3D-Drucker.

(Foto: AFP)

BerlinZwischen Giganten der modernen Luftfahrt wie dem Airbus A380 steht am Berliner Flughafen Schönefeld ein kleines und unscheinbares Fluggerät. Mit seinen vier Metern Länge und 21 Kilogramm Gewicht wirkt das fensterlose und nicht für Passagiere gedachte Objekt namens „Thor“ rein äußerlich wie ein besseres Modellflugzeug. Die Blicke der Branchenkenner zieht es auf der Luftfahrtmesse ILA dennoch auf sich – denn die kleine Propellermaschine von Airbus ist das weltweit erste Flugzeug aus dem 3D-Drucker.

„Bei Thor handelt es sich um einen Test, was mit 3D-Druck heute schon möglich ist“, sagt der verantwortliche Airbus-Entwickler Detlev Konigorski. Die Technologie soll erstmals nicht mehr nur einzelne Bauteile liefern, die später zusammengesteckt werden. Stattdessen könnten 3D-Drucker mittlerweile "ein gesamtes System" aus dem Werkstoff Polyamid ausspucken, erläutert Konigorski. So stammen bei „Thor“ bis auf die Elektronik alle Bestandteile aus dem Drucker.

Bescheidener abheben
Vier Tage Luft- und Raumfahrtausstellung
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Schon vor Beginn der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) steht eines fest: Mit einem Besucherrekord wird es diesmal nichts. Das liegt nicht etwa an einer Flaute in der Branche. Der Grund ist die verkürzte Messedauer. Statt sechs Tage wie bisher sind es diesmal vom 1. bis 4. Juni nur vier.

Eurofighter auf der ILA
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Die Industrieschau soll so „effizienter“ werden, heißt es bei den Organisatoren. Aussteller und Fachbesucher hätten es sich so gewünscht. Aber auch das Privatpublikum hat nun weniger Zeit, sich Flugzeuge, Hubschrauber oder diesen Eurofighter auf der Südbahn des Flughafens Berlin-Schönefeld anzusehen.

Presserundgang auf dem Flughafen Schönefeld
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Die ILA-Fläche von 250.000 Quadratmetern bleibt indes unverändert. Hauptgeschäftsführer des BDLI Volker Thum (v.l.), Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Messechef Christian Görke (r.) luden bereits am Dienstag zum Presserundgang.

Kampfflugzeuge der Bundeswehr
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Auch das Flugprogramm wurde ausgedünnt. Die Veranstalter entsprachen damit nach eigenen Angaben Wünschen der Aussteller und Fachbesucher. Testfluge gab es bereits am Dienstag: Kampfflugzeuge der Bundeswehr vom Typ „Tornado“ probten hier in Schönefeld die Formation.

Boeing auf der ILA
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Auf den 250.000 Quadratmetern der ILA ist Boeing mit seinem Jumbo-Jet vertreten.

Airbus A380
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Airbus zeigt, wie auch schon im Jahr 2012 (Foto), das größte zivile Verkehrsflugzeug, eine A380, die bis zu 850 Passagieren Platz bietet.

Transporter AN-178
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Der ukrainische Flugzeughersteller Antonov stellt den neuen zweistrahligen Transporter AN-178 vor.

„Wunderbar“ lasse sich das gedruckte Flugzeug per Fernsteuerung vom Boden aus lenken, schwärmt Ingenieur Gunnar Haase. Bereits beim Jungfernflug im vergangenen November nahe Hamburg habe „Thor“ gezeigt, dass es „sehr stabil“ in der Luft liege.

Die 3D-Druck-Technologie befindet sich in der Luftfahrtbranche noch in den Kinderschuhen. „Thor“ ist daher lediglich ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen könnte. Doch auch wenn ein vollständig aus dem Drucker stammendes Verkehrsflugzeug noch in weiter Ferne liegt, nutzen Hersteller das Verfahren schon jetzt kommerziell. Airbus und US-Konkurrent Boeing verbauen in ihren Flugzeugen vom Typ A350 und 787 Dreamliner mit der Technik gefertigte Teile.

Drei statt 270 Teile
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