Forschung kurios

Warum Wladimir Putin wie ein Revolverheld geht

Zur Weihnachtszeit veröffentlicht das renommierte British Medical Journal gern etwas kuriosere Studien. So wie das Papier eines Neurologen-Teams, das dem russischen Präsidenten beim Gehen auf die Arme geschaut hat.
Update: 15.12.2015 - 13:54 Uhr
Forscher haben dem russischen Präsidenten Wladimir Putin auf die Arme geschaut. Quelle: Reuters
Der rechte Arm bleibt eng am Körper

Forscher haben dem russischen Präsidenten Wladimir Putin auf die Arme geschaut.

(Foto: Reuters)

BerlinWarum schwingt der russische Präsident Wladimir Putin den rechten Arm beim Gehen weniger stark als den linken? Dieser Frage widmeten Neurologen aus Portugal, Italien und den Niederlanden ihre Aufmerksamkeit – und schafften es damit ins renommierte British Medical Journal, das traditionell zur Weihnachtszeit allerlei skurrile Untersuchungen präsentiert.

„Das erste, was einem in den Sinn kommt, ist die Parkinsonkrankheit“, schreiben die Wissenschaftler, die eine Reihe von YouTube-Videos mit Putin auswerteten. Doch der etwas steif wirkende rechte Arm des russischen Präsidenten steht den Forschern zufolge wohl nicht mit der gefürchteten Erkrankung des zentralen Nervensystems in Zusammenhang.

Dagegen spricht, dass Putin keinerlei andere Parkinson-Symptome, etwa zitternde Hände oder eine schlechte Koordination von Armen und Beinen, zeigt. Die Neurologen betonten zudem das große Geschick des 63-Jährigen in der Kampfsportart Judo.

Höllen-Hühner, Löwen und ein bisschen E.T.
Vorsicht vor wilden Tieren
1 von 8

Unter dem Twitter-Stichwort #fieldworkfail berichten Wissenschaftler von skurrilen Missgeschicken bei der Feldforschung. So stehen zwei Biologen in Tansania plötzlich einem Löwen gegenüber. Sie fliehen auf einen kleinen Baum. Doch der hält ihr Gewicht nicht aus und sie landen krachend wieder auf dem Boden. Zum Glück ist der Löwe genauso überrascht wie seine potenzielle Beute und lässt die Forscher unbehelligt.

Nicht wie geplant lief es auch bei einer Forscherin, die mit Sekundenkleber einen Funksender an einem Krokodil befestigen wollte. Die Wissenschaftlerin blieb selbst an dem Tier kleben.

Penislänge
2 von 8

Exakt 13,12 Zentimeter misst der durchschnittliche Penis eines Menschen in erigiertem Zustand. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher des Londoner King's College, die 17 Studien mit insgesamt 15.521 vermessenen Geschlechtsteilen untersucht haben. Die Wissenschaftler wollen damit Ärzten Argumente liefern, die ihre besorgten Patienten davon überzeugen müssen, dass deren bestes Stück normal ist.

Ameisen-Klo
3 von 8

Wenn Ameisen mal müssen, nutzen sie dafür bestimmte Ecken in ihren Nestern. Das haben Forscher der Universität Regensburg herausgefunden. In einem Experiment nutzten die Tierchen gezielt ein oder zwei Ecken des Nests als Sanitäranlagen. Warum die Ameisen das tun und nicht etwa nach draußen gehen, um ihre Notdurft zu verrichten, gibt den Forschern noch Rätsel auf.

Ein Roboter als Tramp
4 von 8

„hitchBOT“ heißt ein Roboter aus Eimer, Schwimmnudeln, Kinder-Gummistiefeln und einem Tablet-Computer als Hirn, der im Februar kreuz und quer durch Deutschland getrampt ist. Die kanadischen Erfinder wollten wissen: Akzeptieren Menschen die Maschine und bauen sie eine Beziehung auf?

Roboter hitchBOT
5 von 8

Zumindest in Deutschland ging das Konzept auf: Autofahrer brachten „hitchBOT“ zum Schloss Neuschwanstein, zum Kölner Rosenmontagsumzug und nach Berlin. Der Zugang zum Reichstag wurde ihm allerdings verwehrt: Es habe weder eine Akkreditierung noch eine Anmeldung vorgelegen, teilte die Bundestagsverwaltung mit. Bei einer Reise durch die USA wurde „hitchBOT“ dann von Unbekannten zerstört.

Bizarre Tiere
6 von 8

Jeden Tag werden auf der Erde neue Arten entdeckt – auch solche, bei denen Wissenschaftler ihren Augen nicht trauen. Auf ihrer Top-Ten-Liste der bizarrsten Arten 2015 nennt die State University of New York (Syracuse) etwa eine Spinne aus Marokko, die mit akrobatischen Sprüngen fliehen kann. Die Kunstturnerin, die ein Forscher entdeckte, heißt Cebrennus rechenbergi und schafft mit einer Art Radschlagen oder Flickflack fast zwei Meter pro Sekunde.

Das Huhn aus der Hölle
7 von 8

Auch das „Huhn aus der Hölle“ ist unter den Top Ten der skurrilen Arten: das Fossil eines Dinos (Anzu wyliei), der Eier bebrütete, einen Schnabel und Federn hatte. Dieses besondere „Huhn“ wurde allerdings bis zu 300 Kilogramm schwer.

Die Forscher kamen deswegen auf eine andere Hypothese: Die Armbewegungen des Präsidenten gehen auf seine Zeit beim einstigen sowjetischen Geheimdienst KGB zurück, wo Agenten intensiv an der Waffe ausgebildet wurden. Die Neurologen besorgten sich ein Ausbildungs-Handbuch und fanden dort Anweisungen, dass Agenten beim Laufen ihren Arm immer am Körper angelegt halten müssen –  damit sie gegebenenfalls schnell ihre Waffe ziehen können.

Die entsprechende Gangart bezeichnen die Wissenschaftler als Revolverhelden-Gang – denn auch im Wilden Westen könnte die zurückhaltende Pendelbewegung des rechten Arms verbreitet gewesen sein. „Wir haben andere Beispiele gefunden, bei denen ein minimalistisches Pendeln eines Arms mit dem Umgang mit Waffen zusammenhängt“, schrieben die Forscher. „Die Cowboys in Wildwest-Filmen bewegen ihren rechten Arm häufig nur wenig.“

Kuriose Studie mit ernstem Hintergrund
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%