Manager reden Klartext: „Was sollte das? Das war doch Scheiße!"
Dominic Multerer hält Vorträge und berät mittelständische Unternehmen bei Markenprozessen, u.a. Dürkop, eine der größten Automobilhandelsgruppen Deutschlands und mps public solutions, einen führenden Anbieter im Markt für kommunale Software, der zum Marktführer werden soll.
Foto: HandelsblattDüsseldorf. Heute ist ein Tag der Wahrheit. Ein Klartext-Tag, zu dem der rebellische Autor Dominic Multerer in seinem neuen Buch „Klartext – Sagen, was Sache ist. Machen, was weiterbringt“ aufruft. Der Marketing-Experte ist jung, ist frech, trägt sein Herz auf der Zunge und versteht es gut, sich und seine Dienstleistungen zu verkaufen.
Aber wie reagiert der Jungspund eigentlich selber, wenn man ihm ganz unverblümt die Wahrheit zu seinem zweiten Buch sagt? Zugegeben: Ja, es war gemein, ihn dafür in die Falle zu locken. Aber der Chefredakteur hat sich nun mal eine „etwas andere“ Art der Rezension gewünscht. Da kommt so ein Tag der Wahrheit doch wie gerufen, für den Multerer selber empfiehlt: „An diesem Tag sollte jeder ungefiltert sagen, was er denkt. (...) An diesem einen Tag soll alles raus.“
So schreibe ich also dem 23 Jährigen per Facebook-Chat, dass mich auf den ersten Blick einiges auf seinen gut 200 Seiten an sein erstes Buch („Marken müssen bewusst Regeln brechen, um anders zu sein“), das vor zwei Jahren erschienen ist, erinnert. Sie wissen schon, gleicher Inhalt, neue Verpackung. Alter Wein. Schläuche. Auch, dass mir einige der Statements von Unternehmern, die er zu Wort kommen lässt, teilweise zu glattgebügelt erscheinen und dass der Gedanke, es könnte gerade für Chefs und Manager sinnvoll und sein, Klartext zu reden, mir nun wirklich nicht neu erscheint. „Ich bin ehrlich. Noch hat’s mich nicht überzeugt“, tippe ich in das kleine Chatfenster und warte gespannt auf Reaktion. Doch Multerer bleibt gelassen und ebenso bei seinem Standpunkt. „Es ist das erste Buch zu Klartext. Es macht das Thema bewusst und sagt, was dazu gehört.“ Dann ergänzt er mit einem zwinkernden Smiley: „Es gibt keine andere Literatur dazu und so selbstverständlich wie für Sie und mich ist das Thema nicht.“