Feel-Good-Manager
Ein bisschen Google in deutschen Firmen

Immer mehr Unternehmen setzen auf Wohlfühlatmosphäre am Arbeitsplatz – mit Feel-Good-Managern. Die Idee: Eine gute Arbeitsatmosphäre bindet die Mitarbeiter. Und sie kann ein Vorteil im Kampf um Fachkräfte sein.
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DortmundBastian Risse arbeitet erst wenige Wochen im neuen Job, da muss er schon sein gesamtes Können zeigen. Als Feel-Good-Manager der Uniq GmbH, einem Dortmunder Start-Up, muss er zwei ausländischen Praktikantinnen helfen, die von ihrem Vermieter vor die Tür gesetzt wurden. Die Aufgabe des 34-Jährigen: eine neue Bleibe für die Beiden suchen.

Mittlerweile hat sich aus der von Risse gefundenen Wohnung eine richtige Praktikanten-WG entwickelt, die von der Firma unterhalten wird. „Wir haben viele Mitarbeiter und Praktikanten aus dem Ausland, die sich hier erst mal zurecht finden müssen“, sagt Risse. Dass sie sich wohlfühlen, ist sein Job: Als Feel-Good-Manager ist Risse für die Stimmung im Unternehmen zuständig. Neben der Wohnungssuche hilft er zum Beispiel auch bei Behördengängen und Bankgeschäften.

Feel-Good-Manager – auf sie vertrauen immer mehr junge wachsende Unternehmen, besonders in der Software- und Internetbranche. Der Feel-Good-Manager ist sozusagen ein Unternehmenskultur-Beauftragter, ein Ansprechpartner für die Mitarbeiter, der Feedbackkanäle für sie schafft und ihnen so eine Mitgestaltung an der Arbeitsatmosphäre ermöglicht. Der neue Wohlfühlbeauftragte kann sogar eine Waffe im Kampf um Fachkräfte sein.

Rund 50 Feel-Good-Manager gibt es derzeit in Deutschland, sagt Monika Kraus-Wildegger vom Onlineportal Goodplace, das auch Feel-Good-Management-Workshops anbietet. Tendenz: stark steigend. „Die Unternehmen sehen Feel-Good-Management als nachhaltiges Instrument, um Mitarbeiter als Mensch und Leistungsträger wahrzunehmen.“ Das ähnele dem „traditionellen betrieblichen Vorschlagswesen“ und soll von den Unternehmen auch ein Zeichen sein, dass sie ihre Mitarbeiter „in einer agilen Arbeitswelt noch stärker miteinbeziehen“, erklärt Kraus-Wildegger.

Als Vorbild dienen den deutschen Firmen die Wohlfühloasen der High-Tech-Firmen aus dem Silicon Valley. Große US-Unternehmen wie Google, Facebook oder Airbnb setzen auf eine gute Arbeitsatmosphäre, zum Beispiel mit Ruheräumen, Cafés, Sportangeboten für die Mitarbeiter, flexiblen Arbeitszeiten. „Das ist eine völlig andere Kultur und Deutschland hinkt da noch hinterher“, sagt Daniel Marx, Geschäftsführer der Dortmunder Uniq GmbH, die insgesamt 90 Mitarbeiter beschäftigt.

Der Feel-Good-Manager Risse soll dabei helfen, dem Anspruch des Unternehmens gerecht zu werden: eine große Familie zu sein. Das soll auch qualifizierte Mitarbeiter stärker an das Team binden. „Wir können gewisse Dinge nicht nur über den Lohn regeln“, sagt Marx.

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  • Ich kann gut verstehen, dass Sie dieses Verhalten als geheuchelte familiäre Verhältnisse empfinden. Doch noch viel weniger hilft es doch allen Beteiligten, Arbeitgebern sowie Arbeitnehmern, aufgrund des Wissens um diese Zweckgemeinschaft auf eine angenehme Arbeitsatmosphäre und eine Förderung des Mitarbeiterwohls zu verzichten. Natürlich profitiert der Arbeitgeber von einer geförderten Gesundheit des Mitarbeiters, sei diese nun psychischer Natur (gefördert durch ein positives Betriebsklima) oder physischer (gefördert durch ein betriebliches Gesundheitsmanagement, das sich u.a. der Physiotherapie widmet - Stichwort Ergonomie). Aber: Ebenso profitiert auch der Arbeitnehmer. Und somit herrscht eine klassische Win-Win-Situation.

    Natürlich kann man argumentieren, dass der Fisch immer vom Kopf her stinkt und gewisse Probleme der Arbeitnehmer in höher angesiedelten wirtschaftlichen Zusammenhängen zu sehen sind. Aber ein Großteil möchte und muss nun einmal in diesen Zweckgemeinschaften arbeiten. Warum sie dann nicht für alle ein Stück angenehmer machen?

  • Ein Unternehmen ist ein Zweckgemeinschaft. Geheuchelte familiäre Verhältnisse oder Wohlfühl-Schnickschnack funktionieren in den anvisierten deutschen Mitarbeiterkreisen nicht - viel zu pragmatisch und zu gebildet.

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