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TarifverhandlungenGDL erreicht 35-Stunden-Woche bei DB-Konkurrent

Die Lokführergewerkschaft drängt in den Verhandlungen mit der Deutschen Bahn auf eine niedrigere Wochenarbeitszeit. Bei einem Konkurrenten hat sie sich mit ihren Forderungen bereits durchgesetzt. 14.12.2023 - 12:41 Uhr

Berlin. Die Lokführergewerkschaft GDL hat sich in Tarifverhandlungen mit einem Konkurrenten der Deutschen Bahn auf eine 35-Stunden-Woche für Schichtarbeiter geeinigt. Unter anderem mit dieser Forderung hatte die Gewerkschaft zuletzt Warnstreiks bei der Bahn begründet, die zu Tausenden Zugausfällen führten.

Wie die GDL am Donnerstag mitteilte, wird die 35-Stunden-Woche für Schichtarbeiter beim Bahnunternehmen Netinera schrittweise ab dem 1. Januar 2025 eingeführt. Die 35-Stunden-Woche wird der Einigung zufolge am 1. Januar 2028 erreicht. „Wir haben die Eisenbahnerberufe mit diesem Abschluss endlich attraktiver gemacht“, sagte GDL-Chef Claus Weselsky laut einer Mitteilung.

Netinera Deutschland bestätigte die Einigung. Die Unternehmensgruppe beschäftigt nach eigenen Angaben bundesweit mehr als 1200 Triebfahrzeugführer und knapp 1100 Zugbegleiter. Der aktuelle Tarifabschluss findet bei den Gesellschaften Länderbahn, erixx, erixx Holstein, metronom, der Ostdeutschen Eisenbahngesellschaft (ODEG) sowie vlexx Anwendung.

Die Deutsche Bahn weist die Forderung nach einer Arbeitszeitsenkung von 38 auf 35 Stunden pro Woche in ihrem Tarifkonflikt mit der GDL bisher strikt zurück. DB-Personalvorstand Martin Seiler betonte zuletzt, dass er keinen Verhandlungsspielraum sehe und eine Arbeitszeitsenkung unerfüllbar sei.

Die GDL hat die Verhandlungen mit der Bahn für gescheitert erklärt. Am Dienstag soll das Ergebnis einer Urabstimmung über unbefristete Streiks verkündet werden. Die Gewerkschaft hatte erklärt, bis einschließlich 7. Januar nicht streiken zu wollen. Für die Tage danach wurden noch keine genauen Pläne verkündet.

Neben der Arbeitszeitsenkung haben Netinera und die GDL eine Erhöhung der Entgelte um 420 Euro im Monat in zwei Schritten (1. März und 1. Dezember 2024) vereinbart. Zudem erhalten die Beschäftigten im Februar 1900 Euro Inflationsausgleichsprämie, die steuer- und abgabenfrei ausgezahlt wird. Die Entgelterhöhungen wurden bei einer Laufzeit von 24 Monaten vereinbart, die Arbeitszeitregelungen haben eine Laufzeit bis Ende 2027.

dpa
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