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KommentarMit dem Kapitalmarkt gegen hohe Prämien – ein gutes Signal

Die Allianz und wohl auch die VKB kommen mit einer neuen Katastrophenanleihe an den Markt. Damit stellen sie sich auch gegen die Verhandlungsmacht von Munich Re und Swiss Re.Susanne Schier 27.12.2023 - 04:00 Uhr
Ein Wirbelsturm mit enormen Sturzfluten wütet im Südlichen Mittelmeerraum, betroffen ist auch Catania auf Sizilien. 27. Oktober 2021 Foto: ROSA CONTI via REUTERS

Die erhöhte Inflation und die immer größeren Schäden durch Naturkatastrophen verteuern den Versicherungsschutz nicht nur für die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland. Auch die Versicherer selbst müssen seit einiger Zeit deutlich mehr zahlen, wenn sie ihre Risiken über Rückversicherer absichern wollen.

Vor allem kleinere und mittelgroße Versicherer klagen, dass die Preiserhöhungen der Rückversicherer ihre Gewinne belasten würden. Laut Analysten dürfte sich daran auch im Jahr 2024 nicht viel ändern.

Doch es gibt einen Ausweg: Die Allianz kam im Dezember erstmals seit mehr als zehn Jahren mit einer Katastrophenanleihe an den Markt. Der Dax-Konzern sichert darüber europäische Windsturmrisiken im Volumen von 250 Millionen Euro zwischen Januar 2024 und Dezember 2026 ab.

Laut Medienberichten steht auch die Bayerische Versicherungskammer (VKB) kurz vor der Platzierung eines sogenannten Cat Bonds im Volumen von bis zu 175 Millionen Euro und einer Laufzeit von drei Jahren. Offiziell bestätigt hat die VKB das bisher nicht. Es wäre aber das erste Mal, dass der öffentliche Versicherer am Markt für Katastrophenanleihen aktiv wird.

Mithilfe von Katastrophenanleihen übertragen Versicherer die Risiken, die aus großen Naturkatastrophen entstehen, an den Kapitalmarkt. Genutzt werden sie meist zur Absicherung von Ereignissen, die potenziell sehr große Schäden anrichten, aber nur selten eintreten.

Risiken lassen sich breit streuen

Die Anleihen werden in der Regel über dafür gegründete Zweckgesellschaften ausgegeben und bei institutionellen Investoren platziert. Diese erhalten für die übernommenen Risiken eine hohe Rendite, können im Katastrophenfall je nach Ausgestaltung der Anleihe aber auch ihren Einsatz komplett verlieren.

Im Vergleich zum Rückversicherungsmarkt spielen Cat Bonds eine untergeordnete Rolle. Für die Versicherer sind sie daher in der Regel eine Ergänzung und kein Ersatz für eine Rückversicherung. Dennoch bieten Katastrophenanleihen den Versicherern eine gute Möglichkeit, ihre Risiken über einen breiteren Investorenkreis zu streuen. Dadurch können sie ihren Kunden wiederum mehr Versicherungskapazität zur Verfügung stellen.

Alternative zu hohen Prämien

Mit der Emission solcher Papiere zeigen die Versicherer zudem, dass sie der Verhandlungsmacht der Marktgrößen im Rückversicherungsmarkt wie etwa Munich Re und Swiss Re nicht komplett ausgeliefert sind. Gerade in einem „harten Markt“ mit steigenden Rückversicherungspreisen können Katastrophenanleihen für Versicherer ein preisgünstigerer Risikoschutz sein.

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Wenn also neben der Allianz auch die VKB ihre Katastrophenanleihe erfolgreich am Markt platziert, wäre das eine positive Nachricht. Dies wäre auch für andere mittelgroße Versicherer ein Signal, dass es zu den hohen Prämien für den Rückversicherungsschutz auch Alternativen gibt.

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