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Davos 2024Neue KI-Modelle sind laut Sam Altman „nicht gut, wenn es um Leben und Tod geht“

In Davos diskutieren Experten um den OpenAI-Chef, wofür Künstliche Intelligenz genutzt werden sollte – und dass die nächste Entwicklungsstufe schneller kommen könnte als gedacht.Larissa Holzki 18.01.2024 - 16:46 Uhr

Davos. Es sei gut, dass die Menschen Angst vor negativen Auswirkungen Künstlicher Intelligenz (KI) hätten – das sagt mit Sam Altman einer der prominentesten Köpfe hinter der Technologie. Sein Unternehmen OpenAI, das hinter dem Chatbot ChatGPT steht, könne daraus viel lernen, erklärte der Unternehmer am Donnerstag auf der Bühne in Davos. Wie müssen sichere KI-Systeme aussehen? Was ist „sicher genug“?

Seit mehr als einem Jahr wird hitzig über die Risiken von KI debattiert –  so auch beim derzeit laufenden Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums in Davos. Doch die führenden Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft setzen ein neues Narrativ: Kaum jemand spricht noch davon, dass KI die Welt verändert – vielmehr geht es darum, wie das mächtige neue Werkzeug richtig eingesetzt werden kann.

Künstliche Intelligenz sei auf gewisse Weise „demystifiziert“, sagte OpenAI-Chef Altman, weil Menschen die Technologie jetzt nutzten und den Umgang damit lernen. Fast 14 Monate, nachdem OpenAI ChatGPT veröffentlicht hat, hätten die Nutzer weitgehend verstanden, wofür die Modelle sich eignen und wofür nicht, sagt Altman.

Altman schweigt über nächste Stufe der KI-Entwicklung

KI im Stile des Modells von OpenAI sei „nicht gut für Situationen, in denen es um Leben und Tod geht“, sagt der Technologieunternehmer. KI liege manchmal richtig, manchmal sei sie kreativ und oft liege sie falsch. Und doch sei er sehr beeindruckt, dass Menschen schon viel Nutzen aus den Systemen ziehen könnten – trotz der „begrenzten Fähigkeiten“.

Auf die wies auch Marc Benioff, Chef des Technologiekonzerns Salesforce, hin. Das Problem seien die sogenannten Halluzinationen: Es sei interessant und spaßig, mit Chatbots zu sprechen: „Aber sie lügen“´, sagt Benioff. Es sei noch nicht so weit, dass man die „Brücke des Vertrauens“ überqueren könne. Trotzdem setzt Salesforce selbst bei vielen Prozessen bereits auf die eigene KI-Lösung „Einstein“, die auch den Kunden zur Verfügung steht. Die Kundenhotline von Gucci habe ihren Umsatz damit um 30 Prozent gesteigert.

Für die KI-Unternehmen scheint es paradoxerweise zur erfolgreichen Marketingstrategie zu werden, ihre KI-Tools als unzureichend und fehlerhaft darzustellen. Denn einerseits nehmen sie damit selbst viel Kritik an ihren Produkten vorweg. Andererseits bietet sich ihnen dadurch die Möglichkeit, noch mehr Neugier auf die nächste Stufe der Entwicklung zu machen – über die sich Altman in Davos weitgehend ausschwieg.

Bei einer Veranstaltung des Magazins „The Economist“ deutet der Unternehmer lediglich an, dass die Nachfolgegeneration des KI-Modells GPT-4 noch besser darin sein werde, Computercode zu erstellen. Bei kaum einer Tätigkeit liefern die generativen KI-Tools bereits jetzt eine so deutliche Produktivitätssteigerung.

>> Lesen Sie auch: Die wichtigsten Nachrichten zur KI-Transformation im Handelsblatt KI-Briefing. Jeden Freitag neu.

Auch Julie Sweet, Chefin des Strategie- und Technologieberatungsunternehmens Accenture, hält generative Künstliche Intelligenz, die etwa Texte, Bilder und Computercode erstellen kann, an vielen Stellen für einsatzreif. Ihre Mitarbeiter wollten die Technologie nutzen und würden mithilfe der Technologie viel besser verstehen, wie sie einem bestimmten Kunden helfen können, sagte sie in Davos

„Natürlich gibt es verschiedene Risiken“, erklärte Sweet. Es gehe jetzt zuallererst darum, herauszufinden, wofür die Technologie schon gut genug sei. Und als Chef müsse man wissen, wo und wie KI-Tools im eigenen Unternehmen eingesetzt werden.

Ob Technologieanbieter, Implementierungshelfer oder Anwender: Alle Seiten bestätigten sich in Davos gegenseitig, dass es jetzt vor allem darum geht, den Beginn des neuen Technologiezeitalters nicht zu verpassen. Die Welt erlebe einen „magischen Moment“, sagte Microsoft-Chef Satya Nadella. Sein Konzern hat Milliarden in Altmans Firma OpenAI investiert.

Den magischen Moment schaffen die KI-Unternehmer auch dadurch, indem sie ein Geheimnis um das Potenzial ihrer Technologie machen. Altman sagte in Davos, niemand wisse, wie die Zukunft aussehe, in der es auch eine Künstliche Allgemeine Intelligenz (AGI) geben wird. Diese werde in vielen verschiedenen Bereichen leistungsfähiger sein als Menschen.

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„Ich denke, dass AGI in einer relativ nahen Zukunft entwickelt werden wird“, erklärte Altman in Davos. Sie werde die Welt am Ende aber weniger verändern als befürchtet: Wenn es so weit sei, würden die Menschen „wohl zwei Wochen lang ausflippen und dann wieder ihr eigenes Ding machen“, sagte der OpenAI-Chef Im Interview auf der Bühne des „Economist“.

Dennoch müsse sich die Welt darauf vorbereiten, sagte er. Und überließ er seinen Zuhörern, ihre eigenen Schlüsse daraus zu ziehen.

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