E-Commerce: Private Deals auf Ebay – Inflation lässt Secondhand-Käufe boomen
Düsseldorf. Für Christoph Burmester war es eine überraschende Erfahrung. Seit vielen Jahren schon verkauft er mit seinem Unternehmen Avides Artikel aus zweiter Hand, zum Beispiel Restbestände oder wiederaufbereitete Ware. Als Spezialist macht er damit einen Jahresumsatz von 100 Millionen Euro – aber sein Geschäft galt lange als eine wenig beachtete Marktnische. Kunden konnten seine Produkte vor allem über Ebay finden.
Im August vergangenen Jahres wagte Burmester dann aber den Schritt und machte einen Laden in der Fußgängerzone auf. Die Resonanz war spontan sehr gut, berichtet er. Selbst Kunden, die vorher noch nie gebrauchte Artikel gekauft hatten, stürmten sein Geschäft, legten sich wiederaufbereitete iPhones oder gebrauchte Rasenmähroboter zu.
Was früher eher verächtlich B-Ware genannt wurde, wird in Zeiten von Inflation und angespannter Wirtschaftslage zum begehrten Produkt. Die Folge: Immer mehr Händler entdecken den Secondhand-Handel, genannt Re-Commerce. Das gilt für Onlinemarktplätze im Internet genauso wie für Secondhand-Läden in Städten.
Ebay Private Deals: Zahl der privaten Verkäufer steigt prozentual zweistellig
Und selbst der Verkauf von alten Schätzchen aus dem privaten Keller boomt. Das zeigt sich auf der Plattform Ebay: Im vergangenen Jahr legte die Zahl der aktiven privaten Verkäufer in Deutschland prozentual zweistellig zu, wie eine Datenauswertung zeigt, die dem Handelsblatt vorliegt. Das brachte mehrere Hundert Millionen Euro zusätzliches Handelsvolumen auf den Onlinemarktplatz.