HDE-Konsumbarometer: Sparen statt shoppen – Verbraucher halten ihr Geld zusammen
Berlin. Schlechte Nachrichten für das Weihnachtsgeschäft im Einzelhandel: Die Verbraucher in Deutschland sind derzeit wahrlich nicht in Kauflaune. Darauf deuten die aktuellen Zahlen des HDE-Konsumbarometers hin, das das Handelsblatt Research Institute (HRI) einmal monatlich für den Verband berechnet.
Demnach ist der Indexwert für Dezember auf 95,24 Punkte gefallen. Dies ist der schwächste Wert seit Januar und bedeutet ein Minus von einem Drittelpunkt im Vergleich zum Vormonat. Den Daten liegen Umfragen unter rund 1.600 Haushalten in Deutschland zugrunde, sie sind somit repräsentativ für die Gesamtbevölkerung.
Aus der moderaten zwischenzeitlichen Aufhellung der Verbraucherstimmung in der ersten Jahreshälfte ist längst wieder eine kontinuierliche Eintrübung geworden. Für den Handel könnte der Dezember – der ihm normalerweise einen gehörigen Schub verschafft – erneut eher mau werden.
Ein Blick auf die Umfragedetails des Barometers zeigt kaum Veränderungen: Die Lust der Konsumenten, größere Anschaffungen zu tätigen, ist weiterhin äußerst schwach ausgeprägt. Demgegenüber steht die Sparneigung, die immer noch sehr groß ist.
Für die Konjunktur ist das kein gutes Zeichen, schließlich gelangen Konsumausgaben schnell in den Wirtschaftskreislauf. Immerhin blicken die Menschen im Land wieder etwas optimistischer auf die künftige Entwicklung ihrer eigenen Einkommen. So ist der entsprechende Teilindex des Barometers leicht gestiegen.
Für die konjunkturelle Dynamik des gesamten Landes aber nimmt der ohnehin schon ausgeprägte Pessimismus weiter zu.
Dieses Jahr kaum Wirtschaftswachstum
Die Zahlen verdeutlichen, dass ein schwaches Jahr nun auch schwach zu Ende gehen dürfte. Mehr als ein minimales Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent dürfte am Ende nicht unter dem Strich stehen, zeigen die jüngsten Prognosen.
Immerhin: Für das bald beginnende Jahr 2026 erwarten die Experten eine moderate Konjunkturbelebung. Die Vorhersagen für das Wachstum liegen meist zwischen 0,7 und 1,3 Prozent. Dabei ist das Handelsblatt Research Institute zurückhaltender als beispielsweise die Bundesregierung.
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Bei einer Arbeitslosenzahl von wahrscheinlich knapp drei Millionen und einer Inflationsrate von mehr als zwei Prozent ist nicht davon auszugehen, dass der private Konsum im kommenden Jahr einen allzu großen Beitrag zum Wachstum liefern wird, wie etwa der Sachverständigenrat in seinem jüngsten Jahresgutachten schreibt. Impulse dürften demnach eher von Staatsausgaben und aus der Investitionstätigkeit herrühren.
Die große Unbekannte bleibt derweil der Außenhandel: Die geopolitischen Krisen und die erratische Handelspolitik der USA haben für Verunsicherung gesorgt. Positive Überraschungen bleiben aber denkbar.