Kreditkarte Miles & More: Diese Meilen-Tricks klappen nun nicht mehr
Frankfurt. Das Sammeln von Bonusmeilen für Flüge ist in Deutschland ein weit verbreitetes Hobby. Dazu muss man nicht zwingend Vielflieger sein. Bonusmeilen werden einem auch gutgeschrieben, wenn man die Miles-&-More-Kreditkarte für Einkäufe im Internet oder an der Ladenkasse nutzt. Die Karte wird vom Lufthansa-Vielfliegerprogramm Miles & More und der Deutschen Kreditbank (DKB) herausgegeben.
Nach Ansicht der DKB haben es viele Karteninhaber mit dem Meilensammeln zuletzt aber übertrieben. „Es gab immer mehr Kunden, die mit der Kreditkarte Girokonten bei anderen Banken aufgeladen und so Meilen erworben haben“, sagte DKB-Finanzchef Jan Walther dem Handelsblatt.
Verbreitet war dies nach eigener Darstellung unter anderem bei Kunden des britischen Fintechs Revolut. Diese haben mit der Kreditkarte ihr Girokonto aufgefüllt und davon dann unter anderem ihre Miete sowie größere Anschaffungen bezahlt.
Andere Nutzer gingen noch weiter. „Manche Kunden haben Gelder im Kreis hin- und hergeschoben und so fiktive Umsätze mit der Kreditkarte kreiert, um sich Meilen zu sichern“, berichtet DKB-Finanzchef Walther. „Das hatte mit der Idee des Programms, Meilen für Flugbuchungen und andere Konsumausgaben gutzuschreiben, nichts mehr zu tun.“
Darüber hinaus wurde das Ganze zu einer kostspieligen Angelegenheit für die DKB. Die Bank bekommt von den Händlern zwar Gebühren, wenn die Kreditkarte eingesetzt wird. Auf der anderen Seite muss sie für die Meilen, die sie den Karteninhabern gutschreibt, aber auch Geld an die Lufthansa weiterreichen.
„Wir zahlen seit dem 15. März keine Meilen-Prämien mehr für Überweisungen oder Lastschriften zulasten der Miles-&-More-Kreditkarte beziehungsweise zugunsten von Girokonten, weil dies für uns nicht mehr rentabel war“, erklärte Walther. Für Transaktionen an der Ladenkasse und im E-Commerce würden dagegen weiterhin uneingeschränkt Meilen gutgeschrieben.
Deutsche Bank übernimmt Miles & More-Kreditkarte 2025
Über den Prämien-Stopp beim Aufladen von Girokonten, zu dem sich die Lufthansa nicht äußern wollte, hatte vergangene Woche bereits das Portal „Finanz-Szene“ berichtet. Das Thema hat nicht nur bei betroffenen Kunden für Aufregung gesorgt, sondern es dürfte auch bei der Deutschen Bank genau verfolgt werden.
Das Frankfurter Institut übernimmt Mitte nächsten Jahres nämlich die Herausgabe der Miles-&-More-Kreditkarten. Zuvor hatte sich Deutschlands größtes Geldhaus in einer weltweiten Ausschreibung durchgesetzt – unter anderem gegen die DKB.
Die Deutsche Bank sicherte sich damit ein wichtiges Mandat im Zahlungsverkehr, den das Institut ausbauen will. „Die Partnerschaft mit Miles & More ist ein Meilenstein für unsere Strategie im Transaktionsgeschäft, weil es das größte, attraktivste und erfolgreichste Co-Brand-Portfolio in Europa ist“, sagte Deutsche-Bank-Manager Ole Matthiessen bei der Verkündung des Deals.
Mutmaßungen, der Prämien-Stopp bei der Miles-&-More-Karte könne mit dem bevorstehenden Wechsel zur Deutschen Bank zu tun haben, wies DKB-Finanzchef Walther zurück. „Die Tatsache, dass Miles-&-More-Kreditkarten ab Juli 2025 von der Deutschen Bank herausgegeben werden, spielte bei der Entscheidung keine Rolle.“
Erstpublikation: 25.03.2024, 10:04 Uhr.