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SolaranlageStart-up Zolar sichert sich Kredite für 100 Millionen Euro

Die Hersteller sind in der Krise, bei den Händlern dagegen boomt das Geschäft. Davon profitiert auch das Berliner Jungunternehmen.Kathrin Witsch 08.04.2024 - 13:59 Uhr
Die Solarnachfrage ist auf Rekordhoch. Foto: IMAGO / Shotshop

Düsseldorf. Das Berliner Start-up Zolar hat sich einen Kredit über 100 Millionen Euro gesichert. Damit will der Solarhändler vor allem sein neues Ratenkaufmodell finanzieren. „Das Modell ermöglicht es unseren Kunden, sehr flexibel zu sein“, sagte Zolar-CEO Jamie Heywood dem Handelsblatt. „Sie können die Laufzeit und die Anzahlungshöhe selbst auswählen und jederzeit ohne zusätzliche Kosten eine Sondertilgung tätigen.“

Das 2016 gegründete Unternehmen bietet interessierten Hausbesitzern eine digitale Plattform an, auf der sie sich die passende Photovoltaikanlage zusammenstellen lassen können, entweder zur Miete oder zum Kauf. Anschließend vermittelt Zolar auch den passenden örtlichen Handwerksbetrieb.

Das Geschäft für Solarplattformen wie Zolar, Enpal oder 1Komma5 Grad läuft seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine gut. Dementsprechend einfach fiel es den sogenannten Greentech-Spezialisten zuletzt, Geld einzusammeln oder sich große Kreditsummen zu sichern. Erst vor Kurzem hatte Marktführer Enpal die Zusage über Kredite für mehr als eine Milliarde Euro verkündet. Damit will Enpal mehr Solaranlagen kaufen und so den Umsatz weiter ankurbeln.

Die Nachfrage nach Solaranlagen hat wegen der Energiekrise vor zweieinhalb Jahren drastisch zugenommen. Doch die Branche sorgt sich angesichts der Inflation, steigender Zinsen und der undurchsichtigen Förderpolitik der Bundesregierung vor einem Rückgang der Käufe. Mit neuen Ratenkaufmodellen versuchen deswegen sowohl Enpal als auch Zolar, den Verkauf weiter anzukurbeln.

Konnte man bei den Plattformen zuvor Solaranlagen mieten, sind beide vor Kurzem auf ein Ratenmodell gewechselt. Bei Zolar soll das Angebot mit dem Namen Easypay vor allem diejenigen überzeugen, die für den Kauf einer Solaranlage nicht sofort 10.000 oder 15.000 Euro auf den Tisch legen können.

Über einen Onlinekonfigurator können sich Kundinnen und Kunden Laufzeit, Ratenhöhe und Anzahlung selbst einstellen und flexibel gestalten. Die Laufzeit der Ratenzahlung ist von fünf bis 25 Jahren wählbar und kann jederzeit ohne Sonderkosten komplett getilgt werden. So sollen auch Menschen Photovoltaikanlagen realisieren können, die keine oder nur eine geringe Anzahlung leisten können.

Dafür sind die Zinsen mit sechs bis sieben Prozent allerdings hoch. „Wir haben sehr positive Rückmeldungen und Kunden wählen im Durchschnitt eine Laufzeit von zwölf Jahren, um ihre Solaranlage abzubezahlen“, berichtet Heywood.

Verkauf von Solaranlagen boomt

Während Hersteller von Solaranlagen in der Krise sind, boomt das Geschäft mit dem Verkauf der Module. Getrieben von der Aussicht auf ein sonnenreiches Jahr wird Solarkraft 2024 in Europa erstmals mehr wachsen als jede andere Energiequelle, sagen Experten – vor allem dank Deutschland.

Schon 2023 war ein Rekordjahr für die hiesige Solarbranche: 14 Gigawatt wurden insgesamt neu installiert. Innerhalb eines Jahres kamen so eine Million neuer Anlagen ans Netz. Die installierte Leistung legte damit im Vergleich zum Vorjahr um 85 Prozent zu. Der Rekordausbau dürfte laut Experten in diesem Jahr anhalten, wenn auch etwas gedämpfter als in den beiden Vorjahren.

„Wir haben viel Wachstum 2022/2023 gesehen und wir wachsen auch nach wie vor, aber langsamer als letztes Jahr“, bestätigt Zolar-Chef Heywood. Der ehemalige Manager des Fahrdienstleisters Uber ist erst seit einem Jahr an der Spitze des Solar-Start-ups. Der frühere Chef und Co-Gründer Alex Melzer hatte den Briten ausgesucht, um das Unternehmen fit für die Expansion zu machen und auf einen möglichen Börsengang vorzubereiten.

Wann das Unternehmen in andere Märkte expandiert, wollte Heywood allerdings nicht sagen. Auch der Börsengang sei aktuell noch kein Thema. „Wir haben noch nichts angekündigt, aber wir sehen großes Potenzial in ganz Europa“, so Heywood. Allzu lange werde es deswegen wohl nicht mehr dauern.

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Erstpublikation: 08.04.2024, 08:56 Uhr.

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