Geldanlage: Wie der Einbruch des CO2-Preises Privatanleger trifft
Frankfurt. Für den europäischen CO2-Preis sollte es eigentlich nur eine Richtung geben: nach oben. Das ist im europäischen Emissionshandel (EHS) so vorgesehen, den die EU-Kommission etabliert hat und der als wichtigstes Instrument der Klimapolitik gilt. Denn nur wenn Emissionen teuer sind, haben energieintensive Unternehmen einen Anreiz, diese einzusparen.
Seit Anfang des vergangenen Jahres ist allerdings genau das Gegenteil eingetreten. Emissionsrechte haben sich seit dem bisherigen Höchststand im Februar 2023 um 39 Prozent verbilligt – von 96 auf aktuell 58 Euro.
Von dem Kurssturz betroffen sind aber nicht nur die Teilnehmer des EHS, also fossile Energieerzeuger, Industrieunternehmen und Fluglinienbetreiber, sondern auch Privatanleger, die CO2-Zertifikate in ihrem Portfolio haben. Denn deren Wert ist ebenfalls eingebrochen.
Privatanleger können zwar nicht selbst am Emissionshandel teilnehmen, einige Finanzinstitute bieten mittlerweile aber indirekte Investitionsmöglichkeiten an. Dazu zählen sogenannten Exchange Traded Commodities (ETC), die ähnlich funktionieren wie börsengehandelte Fonds (ETF) und mit denen Anleger Emissionen wie Rohstoffe handeln können.
Auch Indexzertifikate bieten diese Möglichkeit. Über sie können Anleger den Markt abbilden, auf dem sich Unternehmen vorab für einen festgelegten Zeitpunkt und Preis Emissionsrechte sichern. Mit diesen sogenannten Terminkontrakten schützen sich Unternehmen gegen Preisschwankungen. Darauf können Anleger mit dem Kauf von Zertifikaten und ETCs spekulieren.