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BafinFinanzaufsicht erhält deutlich mehr Beschwerden als im Jahr 2023

Der Unmut von Verbrauchern über Banken, Versicherungen und Wertpapierdienstleister ist 2023 stark gestiegen. Im Zentrum des Ärgers stehen dabei die Probleme einer weithin bekannten Bank. 09.04.2024 - 15:02 Uhr
Im Zusammenhang mit einer IT-Umstellung hatten sich bei der Postbank im vergangenen Jahr Beschwerden von Kundinnen und Kunden gehäuft. Foto: IMAGO/Frank Sorge

Frankfurt/Main. Es ist ein trauriger Rekord. Seit die Finanzaufsicht Bafin Zahlen dazu  veröffentlicht, sind bei der Behörde nie zuvor so viele Beschwerden von Verbrauchern über Banken, Versicherer und Wertpapierdienstleister eingegangen wie 2023. 

Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Beschwerden um 62 Prozent auf 38.233 Fälle. „Ein wesentlicher Teil über Störungen im Privatkundenservice bei den Banken ging auf ein Finanzinstitut zurück“, erläuterte Christian Bock, Leiter der Bafin-Verbraucherschutzabteilung.  

38.233
Beschwerden
verzeichnete die Bafin.

Dabei dürfte es sich um die Deutsche-Bank-Tochter Postbank handeln.  Nach einer IT-Umstellung konnten Kundinnen und Kunden zeitweise nicht mehr auf ihre Konten zugreifen, auch bei Baufinanzierungen kam es zu Verzögerungen. Die Probleme alarmierten auch die Finanzaufsicht Bafin. Seit vergangenem Herbst überwacht sogar ein Sonderbeauftragter der Behörde die Fortschritte bei der Abarbeitung des Rückstaus. Die Deutsche Bank hat nach eigenen Angaben die Probleme bei der Postbank inzwischen weitgehend im Griff. 

Dennoch droht den Postbank-Kunden neuer Ärger. Vor der vierten Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt erhöhen die Gewerkschaften Verdi und der Deutsche Bankangestellten-Verband (DBV) den Druck mit erneuten Warnstreiks. Von Dienstag bis einschließlich Mittwoch werden  die Postbank-Beschäftigten bundesweit ihre Arbeit in den Serviceeinheiten (Backoffice) und Callcentern niederlegen. 

Beschwerden von Bankkunden um 87 Prozent gestiegen

Branchenweit stieg die Zahl der Beschwerden von Bankkunden bei der Finanzaufsicht um fast 87 Prozent auf 27.536 Fälle. Seit dem Jahr 2018 zeigen die Zahlen hier kontinuierlich nach oben. Für Unmut bei Kundinnen und Kunden sorgten den Angaben zufolge im vergangenen Jahr vor allem Probleme bei Kontokündigungen, Störungen im Kundenservice, verspätet ausgestellte Jahressteuerbescheinigungen sowie unzulässige Gebühren bei Bausparverträgen. 

Seit vergangenem Herbst überwacht ein Sonderbeauftragter im Auftrag der Bafin den Fortschritt. Foto: dpa

Bei Versicherern und Wertpapierdienstleistern häuften sich die Beschwerden ebenfalls. Versicherungskunden beklagten sich der Bafin zufolge vor allem über eine langsame Schadenbearbeitung und eine schleppende Auszahlung von Versicherungsleistungen. „Schaden- und Unfallversicherer waren zudem auffällig oft schlecht telefonisch erreichbar“, berichtete Bock.

Bei Lebensversicherern hätten sich Kundinnen und Kunden vor allem an der Höhe der Versicherungsleistung gestört. Die Zahl der Beschwerden über Versicherungen stieg insgesamt um gut 20 Prozent auf 7680 Fälle.
Bei Wertpapierdienstleistern stand häufig der Kundenservice in der Kritik. Kunden klagten den Angaben zufolge über lange Reaktionszeiten, unzureichende Antwortschreiben oder Schwierigkeiten im Zusammenhang mit Depotüberträgen. Die Zahl der Beschwerden stieg hier um insgesamt fast 18 Prozent auf 2835.

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Erstpublikation: 08.04.2024, 10:24 Uhr.

mm
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