Klimawandel: Warum eigentlich klagen Umweltschützer gegen Windräder?
Düsseldorf. Das hatten sich die Umweltbetriebe der Stadt Kleve schön überlegt: Die neue, hochmoderne Kläranlage am Rhein unmittelbar vor der Grenze zu den Niederlanden sollte ihren Strom über eine Windkraftanlage auf dem Gelände beziehen. Doch nach der Genehmigung durch die Bezirksregierung Düsseldorf hat der Naturschutzbund (Nabu) NRW im März Klage vor dem Oberverwaltungsgericht Münster eingereicht. Jetzt muss das Gericht entscheiden, ob gebaut werden darf.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Naturschützer vom Nabu eine Klage gegen Windräder einreichen. Allein in NRW laufen drei weitere Verfahren. Für Deutschland liegen dem Bundesverband keine aktuellen Zahlen vor, aber zwischen 2010 und 2019 wurden nach eigenen Angaben 45 Klagen auf den Weg gebracht.
Das verwundert zunächst. Denn mehr Windkraftanlagen bedeuten weniger CO2 bei der Stromerzeugung, bedeuten besseren Schutz für die Tier- und Pflanzenwelt.
Rebekka Blessenohl, Referentin für erneuerbare Energien und Naturschutz vom Nabu Deutschland, sagt zwar: „Der Nabu unterstützt den Ausbau der Windenergie als einen entscheidenden Baustein im Kampf gegen die Klimakrise und die Naturkrise, denn die Klimakrise beschleunigt das Artensterben und Lebensraumverluste zusätzlich.“ Sie hält aber auch fest: „Gleichzeitig weist er darauf hin, dass schlecht geplante und betriebene Windenergieanlagen negative Auswirkungen auf Arten und Lebensräume haben.“