Modehandel: Zalando meldet erneut sinkenden Umsatz
Düsseldorf, Berlin. Der Umsatzschwund bei Zalando hält an. Die Erlöse sind von Januar bis März dieses Jahres leicht um 0,6 Prozent auf 2,24 Milliarden Euro gesunken, wie Europas größter Online-Modehändler am Dienstag bekannt gab.
Im Geschäftsjahr 2023 war der Umsatz um knapp zwei Prozent auf 10,1 Milliarden Euro gesunken. Trotz des erneuten Rückgangs will Zalando auf Jahressicht die Erlöse im besten Fall weiterhin um fünf Prozent steigern, mindestens aber erneut die 10,1 Milliarden Euro aus dem Vorjahr erreichen.
Das operative Ergebnis lag im ersten Quartal bei 28,3 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal hatte noch ein knappes Minus in der Bilanz gestanden.
Die Analysten hatten für das erste Quartal 2024 im Schnitt mit einem Umsatz von rund 2,3 Milliarden Euro gerechnet und mit einem operativen Ergebnis von knapp 28 Millionen Euro, das Zalando nun mit 28,3 Millionen leicht übertroffen hat. Unterm Strich verringerte sich der Nettoverlust von 38,5 Millionen im Vorjahresquartal auf 8,9 Millionen Euro.
Auf Basis der neuen Zahlen bekräftigte Zalando seine Gesamtjahresziele: Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) soll 2024 auf 380 Millionen bis 450 Millionen Euro zulegen.
About You schafft Umsatzplus – Zalando will Umsatz steigern
Anders sieht es bei About You aus. Trotz der Konsumflaute und Wirtschaftsschwäche ging es beim kleineren Hamburger Konkurrenten bei den Erlösen hoch. Der Online-Modehändler, der vor allem junge Kunden anspricht, steigerte seinen Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um 1,6 Prozent auf 1,94 Milliarden Euro – trotz rückläufiger Kundenzahlen.
Das bereinigte Betriebsergebnis legte um rund 100 Prozent auf 3,2 Millionen Euro zu. Es handele sich um eine gute Balance aus Margensteigerung und Wachstum, sagte Firmenchef Tarek Müller.
About You will im besten Fall im Geschäftsjahr 2024/25 um zehn Prozent wachsen, mindestens um ein Prozent. Das bereinigte Ebitda soll zwischen zehn und 30 Millionen Euro liegen und sich damit noch mal verbessern, wie der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr zeigt.
Bis 2028 will auch der Dax-Konzern Zalando seinen Umsatz wieder jährlich um fünf bis zehn Prozent steigern. Das Mitarbeiterabbauprogramm ist beendet. Von 17.000 Mitarbeitenden arbeiten noch 15.800 für Zalando.
Die Kundenzahl lag im ersten Quartal bei 49,5 Millionen. Zum Vergleich: Die Zahl der Kunden lag zum Jahresende bei 49,6 Millionen und ging damit nun insgesamt drei Quartale in Folge zurück.
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Das erste Quartal ist in der Modebranche traditionell schwächer als die anderen drei Quartale. Dennoch hat sich die Konsumstimmung auch für Mode zuletzt etwas verbessert. Das Fachmagazin „Textilwirtschaft“ meldete am Montag die höchste Modekaufbereitschaft sei Juli 2023: Fast jede zweite befragte Person, 48 Prozent, hatte bei einer Umfrage im April angegeben, in den kommenden vier Wochen Mode kaufen zu wollen.
Zalando setzt künftig mehr auf Luxuskunden
Eine schlechte Nachricht für Online-Modehändler wie Zalando und den kleineren Konkurrenten About You: Die Zahl derjenigen, die sicher stationär einkaufen wollen, ist laut Umfrage von Infas Quo um zwei Prozentpunkte auf 22 Prozent gestiegen. Die Zahl der Kunden, die eher online kaufen wollen, sei dagegen um zwei Prozentpunkte auf 16 Prozent gesunken.
Beim künftigen Wachstum setzt Zalando auf mehr Luxuskunden, mehr Werbung und Inhalte, wozu auch eine wöchentliche Show auf der Webseite gehören soll und mehr Geschäfte mit Geschäftskunden (B2B). Während das B2C-Geschäft, also das Endkundengeschäft, in diesem Quartal 2,03 Milliarden Euro zum Umsatz beiträgt, liegt das B2B-Geschäft bei 215 Millionen Euro.
Dazu gehört vor allem das Geschäft mit Logistikdienstleistungen unter dem Namen Zeos. Sie sollen nicht nur Markenherstellern und Händlern, die über Zalando verkaufen, angeboten werden, sondern auch Dienstleistern für deren Verkäufe auf anderen oder eigenen Plattformen.
Zu Zeos gehören zwölf Logistik- und 20 Retourenzentren, 40 Transportdienstleister und in Tradebyte ein Marktplatz-Software-Anbieter, der bereits seit acht Jahren zu Zalando gehört. Im Jahr 2023 hätten die Logistik-Dienstleistungen bereits 900 Millionen Euro umgesetzt, hatte das Unternehmen im März bestätigt.
Die Aktie war Mitte Januar auf ein historisches Tief von knapp 16 Euro gefallen. Richtig erholt hatte sie sich seit der Prognose Mitte März. Seitdem schwankte sie auf einem höheren Niveau. Am Vorabend war die Aktie mit 24,60 Euro aus dem Handel gegangen. Zum Börsenschluss notierte die Aktie bei 26,66 Euro.