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WarenhausketteGaleria tilgt Karstadt und Kaufhof aus dem Namen

Laut Insolvenzverwalter erinnern die Traditionsnamen zu sehr an den Niedergang, künftig wird das Unternehmen Galeria heißen. Dann soll es auch wirtschaftlich wieder aufwärtsgehen.René Bender, Anja Müller 07.05.2024 - 14:48 Uhr
Galeria Karstadt Kaufhof: Am 28. Mai müssen die Gläubiger dem Insolvenzplan zustimmen. Foto: Fabian Strauch/dpa

Essen. Die angeschlagene Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof soll nach der Übernahme durch neue Eigentümer zum August einen neuen Namen erhalten. Die Wörter Karstadt und Kaufhof werden entfallen, das Unternehmen wird nur noch Galeria heißen.

Das teilte Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus am Dienstag in einem Pressegespräch mit. Die drei Insolvenzverfahren der jüngeren Vergangenheit seien eng verbunden mit den Namen Karstadt und Kaufhof. Deshalb wolle man „einen alten Zopf“ abschneiden, begründete er die Entscheidung. Bei vielen neueren Filialen stehe schon jetzt nur noch Galeria auf dem Gebäude.

Die Galeria-Führung zeigte sich zufrieden mit der derzeitigen Entwicklung des Unternehmens. „Wir arbeiten jetzt bereits profitabel. Das wird sich steigern, wenn wir im August die Altmieten los sind“, sagte Denkhaus.

Einen höheren zweistelligen Millionenbetrag werde man künftig einsparen, teilte er mit. Die zuletzt in einem Bericht des Portals „Business Insider“ genannte Zahl von 60 Millionen Euro sei nicht verkehrt.

Denkhaus hatte zuletzt in Gesprächen mit Vermietern neue Mietverträge ausgehandelt, nachdem Galeria zuvor Mieten zahlen musste, die häufig weit über dem Marktniveau lagen – vor allem an Standorten, die sich im Eigentum des österreichischen Milliardärs René Benko und dessen Signa-Gruppe befanden.

Wir gucken, dass jede Filiale autonom profitabel ist und eigenen Cashflow generieren kann.
Olivier Van den Bossche
Galeria-Chef

Die Mieten sollen dann in Relation zum Umsatz nur noch sieben bis elf Prozent ausmachen. Zuletzt waren es teils 20 Prozent und mehr. 

Galeria sei nun auf einem guten Weg, um in eine sichere Zukunft zu kommen, sagte Galeria-Chef Olivier Van den Bossche. „Wir gucken, dass jede Filiale autonom profitabel ist und eigenen Cashflow generieren kann.“

16 Filialen müssen schließen, 76 bleiben erhalten

Zum August soll ein Konsortium aus der US-Investmentgesellschaft NRDC und der Beteiligungsfirma BB Kapital SA des Unternehmers Bernd Beetz 76 Galeria-Filialen übernehmen, 16 Filialen sollen anschließend schließen. 

Voraussetzung für die Übernahme ist, dass die Galeria-Gläubiger am 28. Mai dem Insolvenzplan zustimmen, den Denkhaus Ende April vorgelegt hat. Aus diesem Plan muss hervorgehen, wie die Warenhauskette saniert und künftig wieder rentabel betrieben werden kann. Ein Gericht muss den Plan anschließend erneut bestätigen.

Galeria

Diese 16 Filialen von Karstadt und Kaufhof sollen schließen

Bis Ende Juli will Denkhaus das Unternehmen dann an die neuen Eigner übergeben. Galeria hatte Anfang Januar einen Insolvenzantrag gestellt. Es ist die dritte Insolvenz innerhalb von dreieinhalb Jahren.

Schon jetzt zeichnet sich ab: Die Gläubiger werden nur einen Minimalteil ihrer Forderungen zurückerhalten. Hieß es zuletzt bereits, dass es auf eine einstellige Quote hinauslaufe, präzisierte Denkhaus nun: Gläubiger können nur mit einem Rückfluss von 2,5 bis drei Prozent ihrer Forderungen rechnen.

Für den Bund sind die Aussichten besser. Er erhält zumindest die 90 Millionen Euro zurück, mit denen er dem Unternehmen zuletzt unter die Arme gegriffen hatte. Der Grund: Er hatte sich für seine Hilfen eine bevorzugte Befriedigung seiner Forderung gesichert, ein sogenanntes Absonderungsrecht.

Allerdings haben die Galeria-Insolvenzen auch den Bund schon erheblich belastet. Insgesamt hat er das Unternehmen mit 680 Millionen Euro gestützt.

Signa-Gründer

Gläubiger fordern von René Benko persönlich mindestens zwei Milliarden Euro

Aktuell verhandelt Denkhaus noch mit den österreichischen Insolvenzverwaltern über 100 Millionen Euro, die Galeria noch von Signa bekommt, Galeria darf allerdings nur auf 30 Prozent davon hoffen, also auf maximal 30 Millionen Euro.

Künftig soll sich Galeria auf fünf Kernsegmente konzentrieren. Der Fokus soll auf Angeboten in den Segmenten Beauty, Schuhe, Handtaschen, Wäsche sowie Fashion, Heimbedarf und Freizeit liegen, sagte Van den Bossche.

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Die eigene Einkaufsorganisation soll deutlich abgeschmolzen werden. Daneben wolle man stärker mit Partnern zusammenarbeiten, die unter dem Galeria-Dach ihr Sortiment anbieten, etwa in den Kategorien Elektronik und Lebensmittel.

So würde derzeit mit einem Lebensmittelhändler verhandelt, der in 30 Geschäfte einziehen könnte. Namen der neuen Kooperationspartner sollen aber erst zum Ende des dritten Quartals bekannt gegeben werden.

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