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H2 GlobalÄgypten erhält ersten Zuschlag für Wasserstoff-Produktion

Das vom Bundeswirtschaftsministerium aufgelegte Programm H2 Global verzeichnet die erste erfolgreiche Auktion. Die Lieferungen sollen 2027 beginnen.Klaus Stratmann 12.07.2024 - 13:09 Uhr
Produktionsanlage für Wasserstoff in der ägyptischen Wüste: In drei Jahren sollen hier tausende Tonnen grünen Ammoniaks hergestellt werden. Foto: REUTERS

Berlin. Die vom Bundeswirtschaftsministerium initiierte Stiftung „H2 Global“ hat die erste Auktion für den Import grüner Wasserstoffprodukte abgeschlossen. Nach Angaben des Ministeriums erhielt der Düngemittelhersteller Fertiglobe den Zuschlag für die Lieferung von mindestens 259.000 Tonnen grünen Ammoniaks. Die Lieferungen sollen 2027 beginnen und 2033 abgeschlossen sein.

Fertiglobe ist ein Unternehmen mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Es ist ein Gemeinschaftsunternehmen des niederländischen Düngemittelherstellers OCI und des Adnoc-Konzerns. Adnoc ist die staatliche Ölgesellschaft der VAE. Das Ammoniak soll in Ägypten produziert werden. Dazu sollen Wind- und Sonnenstrom eingesetzt werden.

Ammoniak ist ein Wasserstoffderivat. Es kann direkt eingesetzt werden, etwa in der Düngemittelindustrie, oder aber in Wasserstoff zurückverwandelt werden. Der Vorteil von Ammoniak: Es lässt sich leichter transportieren als reiner Wasserstoff. Für Ammoniak existiert bereits seit Jahrzehnten eine globale Transportkette. Für Wasserstoff muss die Logistik erst noch aufgebaut werden.

Grüner Wasserstoff und seine Derivate – neben Ammoniak sind das beispielsweise Methanol und synthetisches Methan – bilden die Grundlage für die Transformation bestimmter Industriebranchen sowie des Schiffs- und Flugverkehrs zur Klimaneutralität. Sie können fossile Energieträger überflüssig machen.

Die 2020 noch von der schwarz-roten Bundesregierung initiierte Stiftung H2 Global ist zentrales Instrument für den Aufbau einer Wasserstoff-Wertschöpfungskette. Die Stiftung kann in den kommenden Jahren auf insgesamt rund sechs Milliarden Euro zugreifen, um die Produktion von Wasserstoff und seiner Folgeprodukte anzureizen. Sie beschafft den Wasserstoff dabei über Auktionen.

Erste Auktionsrunde kostet den Bund 300 Millionen Euro

Für die jetzt abgeschlossene Auktionsrunde wendet die Stiftung 300 Millionen Euro auf. In der zweiten Auktionsrunde, die bereits begonnen hat, wird die Lieferung von grünem Methanol ausgeschrieben.

Die Produktionsmenge, die jetzt bezuschlagt wurde, entspricht nach Angaben des Wirtschaftsministeriums in der Summe mehr als zehn Prozent der jährlichen deutschen Ammoniakproduktion. Das ist zwar noch keine Menge, die den Markt stark beeinflussen kann. H2 Global wird aber als Instrument angesehen, das lediglich eine Initialzündung auslösen soll. „Mit der erfolgreichen Auktion ist der Anfang gemacht, weitere Schritte werden zeitnah folgen“, sagte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne).

Der Produktionspreis liegt bei 811 Euro je Tonne Ammoniak. Daraus lässt sich ein Preis von knapp 4,50 Euro je Kilogramm Wasserstoff ableiten. Der Wert liegt zwar deutlich über den Herstellungskoten für grauen Wasserstoff, der auf Erdgasbasis hergestellt wird und somit nicht CO2-frei ist, aber zugleich am unteren Rand der für grünen Wasserstoff prognostizierten Preise.

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Die European Hydrogen Bank hatte kürzlich ebenfalls eine erste Auktion abgeschlossen. Dabei ging es um grünen Wasserstoff, der in der EU hergestellt werden soll. Zum Teil waren da noch deutlich günstigere Herstellungskosten in Aussicht gestellt worden. Allerdings unterscheidet sich das Auktionsdesign der European Hydrogen Bank erheblich vom Auktionsdesign bei H2 Global. Bei H2 Global stehen am Ende des Prozesses verbindliche Verträge über die Produktion von Wasserstoff. Dieses Maß an Verbindlichkeit ist bei der European Hydrogen Bank nicht gegeben.

Erstpublikation: 11.07.2024, 15:43 Uhr.

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