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StudieDas sind die besten Mobilfunktarife Deutschlands

Discounter mischen immer intensiver auf dem Mobilfunkmarkt mit. Eine Studie zeigt, für wen die Tarife etwas sind – und wo etablierte Anbieter das bessere Angebot haben.Franziska Andre 09.08.2024 - 16:52 Uhr Artikel anhören
Alltagsbegleiter Smartphone: Die Vertragsanbieter locken mit 5G und immer mehr Daten. Foto: IMAGO/YAY Images

Köln. Bei Lebensmitteln bauen Aldi, Lidl und Co. ihre Marktmacht schon lange strategisch aus: Rund 38 Prozent aller Umsätze im Lebensmitteleinzelhandel entfielen 2023 auf Discounter, melden die Marktforscher der GfK. Und das Muster wiederholt sich. Denn auch als Mobilfunkanbieter machen die Discounter Druck.

Etablierten Marken mit Niedrigpreisen die Stirn bieten – das Prinzip spielen Discounter souverän beim Telefonieren und Surfen aus. „Discounter-Marken bieten günstigere Tarife als klassische Mobilfunkmarken bei ähnlicher Netzqualität an“, sagt Lisa Panek, Mobilfunkexpertin beim Marktforschungsinstitut SWI Finance. „Ihre Tarife sind oft einfach und transparent aufgebaut – ohne langfristige Vertragsbindungen“, nennt Panek einen weiteren Pluspunkt.

Zumindest für Privatleute macht sich das Konzept bezahlt, wie eine aktuelle SWI-Studie zeigt: Discounter-Marken bieten demnach derzeit die besten Tarife für Privatkunden. Beim Vergleich von 23 Mobilfunkanbietern blickte das Institut auf Datenvolumen, Downloadtempo und Vertragslaufzeiten und wertete acht typische Nutzerprofile aus – vom Einsteiger bis zum vielreisenden Business-Nutzer.

Aldi Talk hat bestes Angebot für Privatleute

Vorjahressieger Aldi Talk hat laut Auswertung erneut das beste Mobilfunkangebot für Privatleute. Einen Wechsel an der Spitze gab es in der Kategorie „Private Einsteiger“. Das sind weniger digitalaffine Personen, die das Handy eher für Notfälle brauchen oder um erreichbar zu sein.

Mobilfunk

Schwaches Deutschland-Geschäft bremst Vodafones Wachstum

Mit Penny Mobil und Ja! Mobil überzeugen hier zwei Rewe-Marken mit baugleichen Tarifen, die sich laut Panek „sowohl bei den variablen Kosten als auch beim Leistungsumfang verbessert“ hätten. Für knapp fünf Euro pro vier Wochen gibt es aktuell ein Gigabyte Daten sowie eine Telefon- und SMS-Flatrate.

Mutterkonzern Rewe schickt bewusst zwei gesonderte Mobilfunkmarken ins Rennen, um mit identischen Tarifen unterschiedliche Kundengruppen anzusprechen, sagt Andreas Krämer, Sprecher der Rewe Group. So agiert Penny als Discounter-Kette und Ja! als eine Marke auf Discounter-Preisniveau, die man aber im Rewe-Regal findet. Eigene Mobilfunkmarken seien „kundennahe Zusatzservices“.

92
Prozent der Fläche des Bundesgebiets sind durch mindestens einen Netzbetreiber mit 5G versorgt.
Quelle: Bundesnetzagentur

Technisch setzt die Telekom-Tochter Congstar das Rewe-Angebot um. Mehrfach hat Congstar im letzten Jahr an den Tarifen geschraubt. „Zuletzt haben wir im April bei den Smart-Tarifen das Datenvolumen erhöht“, sagt Frank Heinrichs, der bei Congstar den stationären Vertrieb leitet.

Mehr Daten spendieren für gleiches Geld – dieser Hebel wird gerne genutzt im hart umkämpften Mobilfunkmarkt, bestätigen die SWI-Marktforscher. Im Trend liege auch, mit Zugang zum 5G-Netz zu locken – so machen es auch Penny und Ja! Mobil in einigen Tarifen.

Der Vorgängerstandard LTE hingegen habe an Relevanz verloren, sagt Panek. „Inzwischen ist LTE in fast allen Tarifen standardmäßig enthalten.“ Grund ist der stark vorangeschrittene Ausbau der 5G-Netze. Laut Bundesnetzagentur sind 92 Prozent des Bundesgebiets durch mindestens einen Netzbetreiber mit 5G versorgt. Ende 2022 waren es 79 Prozent.

Die Telefónica-Tochter O2 hing lange Zeit in Sachen 5G etwas zurück, hat aber inzwischen aufgeholt. Laut eigenen Angaben erreicht das eigene 5G-Netz bereits 95 Prozent der Bevölkerung. Allein in 2023 hat Telefónica 60.000 Quadratkilometer mit 5G ausgestattet – eine Fläche dreimal so groß wie Rheinland-Pfalz.

Werben um Geschäftskunden

In den Genuss höherer Datengeschwindigkeiten und kürzerer Reaktionszeiten kommen etwa die O2-Geschäftskunden, die das 5G-Netz in allen Business-Tarifen nutzen können. Diese Leistung ist mit ein Grund dafür, dass O2 im SWI-Ranking bei den Business-Tarifen am besten abschneidet. „O2 bietet hier einfach das beste Preis-Leistungs-Verhältnis“, sagt Studienleiterin Lisa Panek.

Überzeugt hat O2 wie schon 2023 vor allem mit Tarifen, die weltweites „Simsen“ ermöglichen und Datenroaming in der Schweiz oder den USA und Kanada beinhalten. „Tarife mit internationalen Optionen sind praktisch für Geschäftsleute, die häufig im Ausland unterwegs sind“, sagt Panek. Doch auch innerhalb eines Unternehmens findet man diverse Nutzertypen – mal Vieltelefonierer, mal datenhungrige Surfer.

Für Nikolaos Kalivianakis, Director B2B Business Solutions bei O2 Telefónica, folgt daraus: „Ein guter Business-Mobilfunktarif sollte sich vor allem nach den spezifischen Bedürfnissen der Unternehmen richten und dabei verschiedene Nutzerprofile innerhalb des Unternehmens berücksichtigen.“ Mit den „Blue“-Tarifen will O2 laut Kalivianakis „bedarfsgerechte Datenpakete“ anbieten. Man verzichte auf „unnötige Zusätze, die kosten, aber keinen Nutzen bringen“.

Methodik
Die Marktforscher von SWI Finance haben für das Handelsblatt die Tarife von 23 Mobilfunkanbietern untersucht. Bewertet wurden acht Profile – jeweils vier für Privat- und für Businessnutzer. Die Telekom hat nur die Privattarife gemeldet. Die Profile unterscheiden sich in ihren Ansprüchen an Datenvolumen, Download-Geschwindigkeit, Telefon- und SMS-Kapazität und die Vertragslaufzeit. Definiert wurden für jede Kategorie bestimmte Mindestanforderungen an einen Tarif. Stichtag der Datenerhebung war der 1. Juli dieses Jahres.
Bei den Tarifkonditionen wurden die Grundkosten mit 60 Prozent gewichtet, die variablen Kosten und die Leistungen mit je 20 Prozent. Insgesamt konnten die einzelnen Anbieter maximal 100 Punkte erreichen. Die Netzqualität wurde nicht analysiert.

Immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher achten laut SWI-Marktforscherin Panek auf nachhaltige Lösungen – und die Branche hat das auf dem Schirm. „Telekommunikationsunternehmen investieren vermehrt in energieeffiziente Netzwerkinfrastrukturen und erhöhen den Anteil erneuerbarer Energien“, sagt Panek. Auch der Umstieg auf virtuelle E-Sim-Karten schont Ressourcen.

„Recycling und Wiederverwendung von Mobilgeräten sind ein Teil der Nachhaltigkeitsmaßnahmen vieler Unternehmen“, sagt Panek. So haben die großen Anbieter Telekom, Telefónica und Vodafone bereits Programme zur Rückgabe alter Handys etabliert. Bei O2 können Unternehmen Firmenhandys ab September auch mieten – danach gehen sie wieder in den Kreislauf zurück.

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Erstpublikation: 08.08.2024, 03:55 Uhr

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