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KommentarDer Deutschen Bank fehlen die Puffer für große Rückschläge

Bis 2025 will das Institut seine Rentabilität auf mehr als zehn Prozent steigern. Davon ist es noch weit entfernt – und das hat nichts mit der Postbank zu tun.Yasmin Osman 24.07.2024 - 17:58 Uhr
Der Chef der Deutschen Bank, Christian Sewing, hält an seinen Finanzzielen für 2025 fest, doch Analysten haben ihre Zweifel. Foto: Reuters

Es ist ein lange zurückliegender Rechtsstreit, der den Vorstand der Deutschen Bank gerade ziemlich alt aussehen lässt: Die Milliardenrückstellung für eine Klage ehemaliger Postbank-Aktionäre hat das Institut in die roten Zahlen gedrückt.

Isoliert betrachtet könnte man das als Einmaleffekt abtun. Doch der teure Rechtsstreit ist auch ein Symbol dafür, wie gering die Puffer für böse Überraschungen bei der Deutschen Bank sind. Und wie häufig es anders kommt als vom Management gedacht.

Eine mögliche Fehleinschätzung vor Gericht hat genügt, um das zweite Aktienprogramm des Instituts – das vor der Rückstellung noch in Rede stand – praktisch vom Tisch zu wischen. Vergleichbar teure Rechtsstreitigkeiten sind zwar nicht in Sicht. Doch irren kann man sich auch an anderer Stelle.

Die Prognose für Kreditausfälle etwa hat das Institut gerade erst wegen der hartnäckigen Probleme am amerikanischen Gewerbeimmobilienmarkt leicht erhöht. Das ist schon deshalb bemerkenswert, weil sich die Bank traditionell eher bei nicht-finanziellen Risiken wie Prozesskosten verschätzt hat, nicht aber bei klassischen Kreditrisiken.

Das wirft die Frage auf, wie belastbar die Prognosen sind, auf deren Basis die Deutsche Bank gerade ihre Finanzziele für 2025 bestätigt hat. Mehr als zehn Prozent Rendite auf das materielle Eigenkapital hat das Institut versprochen. Analysten trauen dem Institut im Durchschnitt nur 8,5 Prozent zu.

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Kein Wunder: Selbst wenn man den Postbank-Hammer aus dem Zahlenwerk herausrechnet, lag die Eigenkapitalrendite im ersten Halbjahr nur bei 7,8 Prozent. Dabei ist das erste Halbjahr für Banken in der Regel ganz besonders profitabel.

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Die Bank setzt darauf, dass die Erträge nun weiter stetig wachsen, die Kosten weiter sinken und das Potenzial für weitere Rechtsrisiken kleiner ist. Diese Rechnung kann natürlich aufgehen – wenn nicht wieder etwas dazwischenkommt. Die Konjunktur, die Zinsen, das Kapitalmarktumfeld oder was auch immer.

Eine überzeugende Historie hat die Bank beim Thema Zielerreichung jedenfalls nicht: In den vergangenen zwei Jahren hievten jeweils milliardenschwere positive Steuereffekte die Rendite über die Schwelle von acht Prozent – und nicht das operative Geschäft.

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