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ManipulationsvorwürfeChefin der indischen Börsenaufsicht unter Druck

Der Leerverkäufer Hindenburg erklärt, dass die Managerin früher in Offshore-Fonds investiert habe, die auch von Adani genutzt wurden. Sie selbst will alle Offenlegungs-Vorschriften befolgt haben. 11.08.2024 - 20:32 Uhr Artikel anhören
Madhabi Puri Buch ist Chefin der indischen Börsenaufsicht (Sebi). Foto: REUTERS

Mumbai. Der US-Investor Hindenburg Research sorgt rund eineinhalb Jahre nach den Manipulationsvorwürfen gegen den indischen Großkonzern Adani für erneute Unruhe am dortigen Finanzmarkt. Die indische Marktaufsicht forderte Anleger am Sonntag auf, Ruhe zu bewahren und mit der gebotenen Sorgfalt auf neue Berichte des Leerverkäufers Hindenburg zu reagieren.

Dieser hatte erklärt, dass die Chefin der Börsenaufsicht (Sebi), Madhabi Puri Buch, früher in Offshore-Fonds investiert hatte, die auch von der Adani-Gruppe genutzt wurden. Die Sebi teilte indes mit, Buch habe alle erforderlichen Wertpapier-Angaben gemacht und sich aus Bereichen mit möglichen Interessenkonflikten zurückgezogen.

Buch selbst teilte mit, alle Offenlegungsvorschriften seien sorgfältig befolgt worden. Investitionen in den von Hindenburg erwähnten Fonds im Jahr 2015 seien in privater Eigenschaft getätigt worden, und zwar zwei Jahre bevor sie zur Sebi gekommen sei. Leiterin der Sebi ist Buch seit 2022.

Zum Mischkonzern Adani gehören zehn Unternehmen, die unter anderem in den Bereichen Flughäfen, Häfen, Elektrizität und Gas tätig sind. Der Konzern hat vom Ausbau der Infrastruktur Indiens profitiert, die Ministerpräsident Narendra Modi vorantreibt.

Zudem boomen Indiens Aktienmärkte und ziehen viel Geld an. So hat der indische Leitindex Nifty in den letzten sechs Monaten knapp zwölf Prozent zugelegt. Die indische Opposition forderte noch am Samstag eine parlamentarische Untersuchung der Vorwürfe.

150.000.000.000
Dollar
an Börsenwert hatte die Adani-Gruppe verloren, nachdem Hindenburg Research Anfang 2023 Anschuldigungen gegen Adani erhoben hatte.

Hindenburg Research hatte bereits Anfang 2023 für erhebliche Turbulenzen an Indiens Finanzmärkten gesorgt. Damals hatte der Leerverkäufer der Adani-Gruppe vorgeworfen, Offshore-Steuerparadiese zu nutzen und Aktienkurse zu manipulieren. Zudem waren Bedenken über eine hohe Verschuldung und die Bewertungen von sieben börsennotierten Adani-Unternehmen geäußert worden. Adani hatte die Anschuldigungen zurückgewiesen. Die Adani-Gruppe hatte in der Folge dennoch 150 Milliarden Dollar an Börsenwert verloren. Hindenburg hatte damals auch mitgeteilt, auf fallende Kurse zu setzen und deshalb Short-Positionen an Adani-Firmen zu halten.

Am Samstagabend hatte Hindenburg unter Verweis auf Dokumente von Hinweisgebern mitgeteilt, Buch und ihr Ehemann hielten Anteile an einem Fonds, in den Vinod Adani, der Bruder des Adani-Chefs Gautam Adani, viel Geld investiert habe. Die Adani-Group teilte dazu am Sonntag mit, ihre Beteiligungsstruktur in Übersee sei völlig transparent. Ein Adani-Sprecher sagte, die Gruppe habe keine geschäftlichen Beziehungen zu den Personen oder Angelegenheiten, „die in diesem kalkulierten, vorsätzlichen Versuch, unser Ansehen zu schädigen, erwähnt werden“.

Shortseller

Short-Attacke von Hindenburg Research sorgt für nächsten Kursabsturz

Buch und ihr Ehemann Dhaval Buch erklärten, ihre Finanzen seien transparent und sie würden nicht zögern, Finanzdokumente an jedwede Behörde weiterzugeben. „Alle erforderlichen Angaben wurden der Sebi im Laufe der Jahre bereits gemacht“, hieß es. Vom Teilfonds IPE-Plus Fund 1, in den Buch und ihr Mann investiert haben, hieß es, dieser habe weder direkt noch indirekt in Aktien der Adani-Gruppe investiert.

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Hindenburg Research hatte in der Vergangenheit auch anderen Unternehmen Manipulationsvorwürfe gemacht, die von diesen zumeist zurückgewiesen worden waren.

rtr
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