Israel-Konflikt: „Netanjahu ist ein großartiger Taktiker, aber ein miserabler Stratege“
Düsseldorf. Herr Shehadeh, Ihr Buch trägt den Titel „Was befürchtet Israel von Palästina?“ Was befürchtet Israel von Palästina?
Israel fürchtet die Existenz der palästinensischen Nation. Aus diesem Grund hat Israel bei allen bisherigen Versuchen, den Konflikt zu lösen, die Palästinenser nie als Nation anerkannt. Israel ist nicht bereit und bleibt nicht bereit, Frieden zu schließen. Ein echter Frieden würde bedeuten, dass der Mythos, der dem israelischen Staat zugrunde liegt, nämlich dass die Zionisten in ein menschenleeres Land gekommen sind, revidiert werden müsste. Er würde auch eine enorme Entschädigung für die enteigneten palästinensischen Araber und eine Aufteilung des Landes mit ihnen bedeuten.
Sie schreiben, dass die 80er- und frühen 90er-Jahre eine Zeit der Hoffnung waren. Sind die Monate seit dem 7. Oktober 2023, als Hamas-Terroristen Israel überfielen und viele Zivilisten töteten, eine Zeit der Hoffnungslosigkeit?
Ich zitiere in dem Buch aus der Rede des Leiters der palästinensischen Delegation auf der Friedenskonferenz in Madrid 1991, als er sagte: „Wir sind bereit, Seite an Seite auf dem Land und dem Versprechen der Zukunft zu leben.“ Er fuhr fort: „Teilen erfordert zwei Partner, die bereit sind, als Gleiche zu teilen.“ Sein Aufruf wurde von Israel zurückgewiesen.