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KommentarEin Tiktok-Account allein reicht nicht aus

Junge Wähler rücken immer weiter nach rechts. In Brandenburg wählten sie mehrheitlich die AfD. Die etablierten Parteien reagieren mit Accounts auf Tiktok – doch das Wichtigste fehlt.Josefine Fokuhl 23.09.2024 - 13:42 Uhr
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Junge Wählerin – die Generation Z befindet sich im Dauerkrisenmodus. Foto: Dpa, Getty Images, [M]

Es zeichnete sich schon länger ab: Erst die Landtagswahlen in Bayern und Hessen, dann die Europawahl und die Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen, bei denen junge Wähler sich immer weiter nach rechts bewegt haben. Jetzt haben die jungen Wähler in Brandenburg mehrheitlich – und überdurchschnittlich – rechts gewählt.

Zwar gibt es Gründe, warum der Trend in den ostdeutschen Bundesländern noch verstärkt ist. Dort hat sich mit den Jahren eine starke Rechte etabliert. Trotzdem handelt es sich um einen gefährlichen Trend, der auch auf Bundesebene nicht mehr zu leugnen ist.

Denn die etablierten Parteien wirken hilflos. Das Einzige, was ihnen einfällt: ein Account auf der Videoplattform Tiktok. Wer die Jugend abholen will, der kann allerdings nicht bloß seine Aktentasche in vermeintlich witzigen Videos abfilmen. Nein, es braucht Inhalte – und die fehlen derzeit.

Klimawandel, Inflation, Migration, Krieg im Nahen Osten und in der Ukraine, Wohnungsnot, Spaltung der Gesellschaft: Die „Generation Z“ befindet sich im Dauerkrisenmodus. Mehrere Studien bescheinigen den jungen Menschen einen Pessimismus wie selten zuvor. Sie haben mit am stärksten unter der Coronapandemie gelitten, ihre Jugend im Kinderzimmer verbracht, Schule und Studium zu Hause absolviert.

Die Politik schafft es nicht, ein Zukunftsnarrativ zu entwerfen, in dem sich die Generation Z wiederfindet. Stattdessen wird sie immer nur als die „faule Generation“ bezeichnet. Sie solle mehr arbeiten, Wünsche nach Flexibilität werden abgeschmettert. Hinzu kommt eine marode Infrastruktur, doch die klammen Kassen des Bundes lassen nur wenig Spielraum für Zukunftsinvestitionen.

Bei den jungen Wählern macht sich eine Zukunftsangst breit, der die demokratischen Parteien derzeit kaum etwas entgegensetzen. Medienkompetenz und politische Bildung wurden zudem jahrzehntelang vernachlässigt und den Rechtsradikalen wird auch in den sozialen Medien kaum etwas entgegnet. Nur ein Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), der zu fetziger Musik breit grinsend zeigt, was er in seiner Aktentasche hat. Überraschung: Akten.

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