Nahost-Konflikt: Bundeswehr fliegt Deutsche und ihre Angehörigen aus dem Libanon aus
Berlin. Bereits seit Beginn des Kriegs fordert das Auswärtige Amt deutsche Staatsangehörige dazu auf, den Libanon zu verlassen. Seit dem jüngsten Angriff Israels auf die Hisbollah-Miliz hat sich die Lage nochmals massiv verschärft. Angesichts dessen startete am Montagabend gegen 17 Uhr deutscher Zeit ein Airbus A321 der Luftwaffe mit rund 110 Mitarbeitern der deutschen Botschaft sowie Kulturmittlern und deren Angehörigen an Bord von Beirut, um die Betroffenen in Sicherheit zu bringen. Im Flieger seien zudem aufgrund medizinischer Umstände besonders gefährdete deutsche Staatsangehörige mitgenommen worden, hieß es.
Bereits am Sonntag war der Versuch unternommen worden, die Betroffenen mit einer Chartermaschine auszufliegen, allerdings konnte der Flieger nicht wie geplant starten.
„Angesichts der Lage hat das Auswärtige Amt die Krisenstufe für die Auslandsvertretungen in Beirut, Ramallah und Tel Aviv am Wochenende noch mal angehoben und eine diplomatische Abholung eingeleitet“, teilten das Auswärtige Amt und das Bundesverteidigungsministerium gemeinsam mit. Konkret bedeute das, so hieß es weiter, dass die Botschaften arbeitsfähig blieben, aber Familienangehörige der entsandten Beschäftigten und von deutschen Mittlerorganisationen sowie nicht dringend benötigtes Personal ausgeflogen würden.
Es geht dabei formell nicht um eine Evakuierung. Diese wird erst dann eingeleitet, wenn der kommerzielle Flughafenbetrieb in einem Land nicht mehr funktioniert. Das ist derzeit aber offenbar noch nicht der Fall.
Die Bundesregierung geht davon aus, dass sich noch zwischen 1800 und 1900 deutsche Staatsangehörige im Libanon befinden. Wie auch in anderen Ländern ist die genaue Zahl der Deutschen dort schwer zu bestimmen, da deutsche Staatsbürger im Ausland sich lediglich freiwillig beim Auswärtigen Amt melden.
Israels Verteidigungsminister kündigt „nächste Phase im Krieg“ an
Bereits jetzt sind nach libanesischen Angaben insgesamt rund 1000 Menschen bei den Angriffen Israels ums Leben gekommen, etwa eine Million seien auf der Flucht und damit fast ein Fünftel der Gesamtbevölkerung.
Es wird befürchtet, dass sich die Lage im Libanon noch weiter zuspitzen könnte und Israel eine Bodenoffensive startet.
„Die nächste Phase im Krieg gegen die Hisbollah beginnt bald“, hieß es am Montag in einer Mitteilung des Büros von Israels Verteidigungsminister Joaw Galant. Galant habe dies bei einem Treffen mit örtlichen Regierungschefs in Nordisrael angekündigt. Die neue Phase werde dem Kriegsziel dienen, den aus dem Grenzgebiet geflohenen Israelis die Rückkehr zu ermöglichen.
Die „Washington Post“ hatte kurz zuvor unter Berufung auf einen Insider berichtet, Israel habe die Regierung in Washington über den Plan für eine begrenzte Bodenoffensive informiert.
Mit Agenturmaterial.