US-Wahl 2024: Die „schweigende Mehrheit“ gibt es, aber anders als gedacht
Drei Wochen bin ich im Trump-Land im Südosten der USA unterwegs – auf der Suche nach einer Erklärung für ein Faszinosum, einer Erklärung für das Unerklärliche eigentlich.
Wie schafft ein Mann wie Donald Trump es, ungefähr die Hälfte der doch so freiheitsliebenden Amerikaner davon zu überzeugen, dass nur er mit seinem tausendfach dokumentierten Hang zum Autoritären dieses Land befreien, es wieder groß machen könne?
Wie gelingt es ihm, die republikanische Partei innerhalb von wenigen Jahren zu seinem Wahlverein zu degradieren? Jene stolze „Grand Old Party“, die nicht nur einen Abraham Lincoln hervorgebracht hat, sondern auch – anders als die Demokraten übrigens – sich in den frühen Jahren dieser Demokratie große Verdienste im Kampf gegen die Sklaverei erworben hatte.
Ich dachte, es sei eine gute Idee, mal dort vorbeizuschauen, wo der 45. und womöglich 47. Präsident sich am wohlsten fühlt: in Mar-a-Lago. Dort, von wo er seine durch und durch professionelle Kampagne steuert, neuerdings mit tatkräftiger Unterstützung mit dem ebenso mächtigen wie reichen Elon Musk. Dort, wo er Hof hält für jene, die ihm huldigen oder Abbitte leisten wollen. So wie Kevin McCarthy, ehemaliger republikanischer Fraktionsvorsitzender im Kongress, es getan und geschworen hatte, nie wieder gegen Trump das Wort zu erheben.