Start-up Nuuron: Eine digitale Tablette gegen Alzheimer
Berlin. Alles fing vor zwei Jahren an, beim Gehirn des Gründers. Markus Müschenich wollte schneller Französisch lernen, um sich auf eine Aufsichtsratssitzung in Paris vorzubereiten. Er fragte sich, wie er seine Gedächtnisleistung steigern könnte. Bei der Suche stieß er auf Studien zum Thema Hirnstimulation.
Mit Start-up-Unternehmer Fabian Queisner gründete er dann Nuuron, um „die erste digitale Tablette gegen Alzheimer zu entwickeln“, erzählt Müschenich. „Wir wollten nicht eine existierende Therapie digitalisieren, sondern etwas Neues schaffen, das wie ein Medikament wirkt – nur eben digital.“ Dafür hat Nuuron jetzt bei Investoren 3,5 Millionen Euro eingesammelt.
Das Start-up hat eine Technologie entwickelt, die mithilfe von Lichtimpulsen das Gedächtniszentrum im Gehirn von Alzheimer-Patienten aktivieren soll. Mit dem eingeworbenen Kapital will Nuuron sein Verfahren nun in Tierversuchen und einer ersten klinischen Studie mit Patientinnen und Patienten an der Berliner Charité testen. Außerdem soll der Markteintritt in Europa und den USA vorbereitet werden.
Digitale Therapeutika als Behandlungs-Turbo
Hauptinvestor ist der High-Tech Gründerfond (HTGF). Außerdem gehören unter anderem IBB Ventures, caesar., der Business Angel Club Berlin und Family Offices zu den Geldgebern. Hinzu kommt eine strategische Partnerschaft mit Rox Health, einer Tochtergesellschaft des Pharma- und Diagnostikkonzerns Roche.