Raumfahrt: Deutsche Weltraum-Unternehmen sind in ernsten Schwierigkeiten
Düsseldorf. Die schlechte Nachricht kam per E-Mail. „Dear All“ begrüßte Declan Ganley die Mitarbeiter. „Wir wollen allen sagen, dass wir diesen Monat die Gehälter spät auszahlen“, schrieb der Chef von Rivada Space, einem der prominentesten Weltraum-Start-ups in Deutschland.
Die Mitarbeiter mussten aber offenbar nicht zum ersten Mal auf ihr Geld warten. Ganley schrieb von „ähnlichen Verzögerungen in der Vergangenheit“ und versprach eine Entschädigungszahlung. Das interne Schreiben, das am 25. Juni 2024 verschickt wurde, liegt dem Handelsblatt vor.
In Deutschland kämpfen Unternehmen aus dem sogenannten Newspace-Bereich zunehmend mit Problemen. Vor wenigen Wochen meldete das Münchener Start-up Unio bereits Konkurs an, das – wie Rivada Space – eine Hochgeschwindigkeits-Internetversorgung aus dem All anbieten will.
Matthias Wachter, Chef der Newspace-Initiative des Bundesverbands Deutscher Industrie (BDI), spricht von einem Dutzend Krisenfälle unter den insgesamt 150 deutschen Start-ups, die sich in diesem Bereich engagieren. „Die Situation ist sehr ernst“, warnt Wachter.