Energiewende: Wie die Umstellung auf grüne Fernwärme in Städten gelingen kann
Berlin. Grüne Fernwärme soll in Deutschland eine zentrale Rolle bei der Energiewende spielen. Allerdings stockt der Aus- und Umbau entsprechender Netze. Ein großes Problem stellen die hohen Kosten dar. Zuletzt veröffentlichte das Forschungsinstitut Prognos zwei Studien dazu. Eine bezifferte die Ausbaukosten bis 2045 auf 117,5 Milliarden Euro, die andere auf 107 Milliarden Euro.
„Die Kosten hängen stark von der Situation vor Ort ab“, erklärt Gerhard Stryi-Hipp vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE. Alle Studien müssten mit Annahmen und Durchschnittswerten rechnen. „Die Tatsache, dass sie dabei zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen kommen, zeigt, wie unsicher alle Kostenschätzungen sind.“
Klar ist allerdings: Die Kosten sind gigantisch. Die Versorger brauchen Planungssicherheit und hoffen auf mehr staatliche Unterstützung. Das Risiko, auf grüne Energie umzustellen und Netze auszubauen, sie dann aufgrund eines zu geringen Anschlussgrades aber nicht wirtschaftlich betreiben zu können, verunsichert sie.
Zugleich steht die Frage im Raum, wie sich ihre Investitionen in den Preisen für Verbraucher niederschlagen werden. „Die aktuelle Diskussion über die Fernwärmepreise beschädigt die Akzeptanz“, beobachtet Leonardo Estrada vom Beratungsunternehmen Drees & Sommer.