Energiewende: Welche Gefahren der Hoffnungsträger Fernwärme mit sich bringt
Geht es nach der Politik, sollen jedes Jahr bis zu 100.000 Haushalte in Deutschland an Fernwärmenetze angeschlossen werden.
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Foto: HandelsblattWer mit Fernwärme seine Immobilie beheizt, hatte in den vergangenen Monaten vielerorts wenig Grund zur Freude. Einige Energieversorger haben die Preise erheblich erhöht. In manchen Wohngebieten bleiben Häuser sogar seit Wochen unbeheizt, weil der Fernwärmeanbieter insolvent ist. Für viele Kundinnen und Kunden ist aus dem energiepolitischen Hoffnungsträger von einst inzwischen ein teures Abenteuer geworden.
Rund sechs Millionen der insgesamt 41 Millionen Haushalte in Deutschland heizen mit Fernwärme. Geht es nach dem Willen der Bundesregierung, sollen mittelfristig 100.000 Haushalte pro Jahr dazukommen. Die Fernwärme ist neben der Wärmepumpe das wichtigste Instrument der Energiewende für den privaten Sektor. Gerade Besitzer von Bestandsimmobilien, in deren Heizungskeller noch eine alte Öl- oder Gasheizung läuft, sollen nun zum Umstieg animiert werden.
Die Entscheidung für Fernwärme hat aber weitreichende Folgen. Wer jetzt über einen Wechsel nachdenkt, sollte diese Risiken kennen:
1. Die Anschaffungskosten
Der Anschluss an ein Fernwärmenetz ist in der Regel günstiger als der Umstieg auf eine Wärmepumpe oder eine neue Heizungsanlage. Während die Preise für die Installation einer Wärmepumpe oder Pelletheizung häufig bei 20.000 Euro beginnen, fallen für Fernwärme bei einem kleineren Haus laut Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) einmalige Umstellungskosten von 8000 bis 15.000 Euro an. Darin enthalten sind neben der Entsorgung der Altanlage der Anschluss des Hauses an das Fernwärmenetz sowie der Einbau der sogenannten Übergabestation.