Lufthansa: Großaktionär Kühne geht hart mit Konzernführung ins Gericht
Frankfurt. Klaus-Michael Kühne hat mit ungewöhnlich deutlichen Worten die Lufthansa-Führung kritisiert. „Die Strategie der Lufthansa ist angreifbar“, sagte er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung laut einer Vorabmeldung. Und weiter: „Sie hat sich total verzettelt mit wahnsinnig vielen Nebenprodukten und Airlines unter ganz verschiedenen Namen. Das finde ich nicht gut.“
Kühne ist mit rund 19 Prozent an Lufthansa beteiligt. Mit Karl Gernandt sitzt ein Vertrauter des Unternehmers im Aufsichtsrat der Airline-Gruppe. Die Kritik ist zwar inhaltlich nicht ganz neu. Schon häufiger hat sich Kühne negativ über die Markenvielfalt des Konzerns geäußert. Doch der Tonfall ist neu. Die Formulierungen lassen erahnen, wie sehr sich der 87-Jährige über seine Beteiligung ärgert.
„Bei einer überzeugenderen Geschäftspolitik wäre der Aktienkurs höher“, so Kühne. Er kündigte an, das Gespräch mit CEO Carsten Spohr und Aufsichtsratschef Karl-Ludwig Kley suchen zu wollen, um seine Sicht darzulegen. „Man legt Wert auf den Dialog mit uns, aber bisher hat man die Geschäftspolitik nicht geändert. Je nach dem, wie das weiter geht, müssen wir uns stärker artikulieren.“