SPD: Ukraine, Wirtschaft, Rente – Scholz will Merz in die Defensive treiben
Berlin. Da stehen die beiden nun, Seite an Seite. Rechts Olaf Scholz, links Boris Pistorius. Beide warten im Willy-Brandt-Haus Montagmittag darauf, dass der Kanzler seinen Auftritt beginnen kann.
Nachdem Pistorius am vergangenen Donnerstag zurückgezogen hatte, ist Scholz soeben einstimmig vom SPD-Parteivorstand zum Kanzlerkandidaten nominiert worden. Nachdem die beiden SPD-Chefs Lars Klingbeil und Saskia Esken ihre Lobeshymnen auf den Kanzler beendet haben, steigt der alte und neue Kanzlerkandidat auf die Bühne der Parteizentrale.
Den vorangegangenen Machtkampf zwischen Pistorius und ihm bezeichnet Scholz mit seinem hanseatischen Understatement als „kurzes Innehalten“ seiner Partei. Auf die Frage, ob er drei Gründe nennen könne, warum er ein besserer Kanzlerkandidat als Pistorius sei, geht Scholz gar nicht erst ein: „So diskutieren wir in der SPD nicht.“
Mit der Nominierung von Scholz zum Kanzlerkandidaten versucht die SPD am Montag, einen Schlussstrich unter die zähe Debatte über die K-Frage zu ziehen. Der Blick soll jetzt nach vorn gehen. Ein erstes Wahlplakat auf den Monitoren in der Parteizentrale zeigt den Kanzler vor einem Regierungsflieger und einer Deutschlandfahne, darunter der Slogan: „Wir kämpfen für Dich und Deutschland“.