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Scott BessentTrump nominiert Hedgefonds-Manager als Finanzminister

Scott Bessent ist Gründer von der Key Square Group. Als Finanzminister wird er Wege finden müssen, um Trumps Wahlkampf-Versprechen wie Steuersenkungen und neue Importzölle umzusetzen.Astrid Dörner 23.11.2024 - 01:44 Uhr Artikel anhören
Scott Bessent soll Finanzminister werden. Foto: REUTERS

Washington. Der designierte US-Präsident Donald Trump hat den Investor Scott Bessent als US-Finanzminister nominiert. Bessent solle unter anderem die Ungleichgewichte im Außenhandel abstellen und Wachstum der Wirtschaft in den Vordergrund stellen, kündigte Trump an. „Scott ist seit langem ein starker Befürworter der America-First-Agenda“, sagte Trump am Freitag in einer Erklärung. Bessent solle ihm „helfen, ein neues goldenes Zeitalter für die Vereinigten Staaten einzuleiten, während wir unsere Position als weltweit führende Wirtschaft festigen“, betonte Trump.

Der 62-jährige Bessent ist Gründer des Hedgefonds Key Square Group. Er war zuvor Chief Investment Officer von George Soros' Soros Fund Management und gilt als Experte für globale Makroinvestitionen.

Die Position des US-Finanzministers ist eng mit den globalen Finanzmärkten verbunden. Schließlich überwacht der Minister den 28 Billionen Dollar schweren Markt für Staatsanleihen, die Sanktionsprogramme sowie die Währungspolitik. Mit den angekündigten Zöllen und großen Steuersenkungen wird diese politische Position in den kommenden Monaten besonders im Fokus stehen.

Einige Wirtschaftsexperten hatten kritisiert, die Pläne würden zu höheren Preisen für US-Verbraucher führen und den amerikanischen Staatshaushalt belasten. Bessent hatte die Vorschläge jedoch in den vergangenen Monaten verteidigt. Immer wieder gab er Interviews in der amerikanischen Finanzpresse, um Trumps Wirtschaftspolitik zu erläutern. Mit Blick auf Trumps Zollpolitik sagte Bessent etwa am Tag nach der Wahl im US-Börsensender CNBC: „Ich würde empfehlen, dass die Zölle nach und nach eingeführt werden.“

Trump hat im Wahlkampf Importzölle in Höhe von 60 Prozent für Waren aus China und in Höhe von zehn bis 20 Prozent für Waren aus dem Rest der Welt angekündet. Sollten diese auf einmal eingeführt werden, könnte das die USA in eine Rezession stürzen, hatte Harvard-Ökonom Ken Rogoff im Interview mit dem Handelsblatt gewarnt.

Gegensätzliche Trends unter Trumps Präsidentschaft

Bessent „hat sich schon lange auf die Rolle des Finanzministers vorbereitet“, sagte ein Anwalt aus seinem Umfeld. Auch Jamie Dimon, CEO von Amerikas größter Bank JP Morgan Chase, soll sich für Bessent ausgesprochen haben, wie US-Medien berichteten.

Der Hedgefondsmanager muss sich auf eine Reihe von gegensätzlichen Trends einstellen, gibt Jens Nordvig, CEO des Finanzdienstleisters Ex Ante Data zu bedenken, der schon seit vielen Jahren mit Bessent zusammenarbeitet. Trumps geplante Steuersenkungen etwa könnten das Wirtschaftswachstum fördern, die Zölle und eine harte Immigrationspolitik wären dagegen eher wachstumshemmend, warnen Ökonomen.

Gleichzeitig würden die fehlenden Steuereinnahmen die ohnehin schon hohen Staatsschulden der USA weiter erhöhen. Höhere Zölle würden zudem die Inflation anheizen und den Dollar stärken. Bessent sei als Wall-Street-Investor qualifiziert, „Risiken für die Märkte zu verringern, insbesondere für den US-Anleihemarkt und den Dollar“, glaubt Nordvig.

Um den Posten des Finanzministers war in den vergangenen Tagen Streit entbrannt. Auch der Trump-Vertraute Howard Lutnick kämpfte um den Posten. Lutnick ist CEO der Investmentbank Cantor Fitzgerald und leitet Trumps Team, das den Übergang ins Weiße Haus vorbereitet. Lutnick war unter anderem von Tech-Milliardär Elon Musk unterstützt worden. Am Ende nominierte Trump Lutnick jedoch für das Amt des Handelsministers.

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Auch Marc Rowan, CEO der Private-Equity-Firma Apollo war kurzzeitig im Gespräch und hatte prominente Unterstützer. „Wenn du den Job angeboten bekommst, Marc, bitte nimm ihm an“, sagte Hedgefondsmanager Ken Griffin von Citadel bei einem Event des traditionsreichen New York Economic Club am Donnerstag. Auch der frühere Gouverneur der US-Notenbank Fed, Kevin Walsh, war für den Posten im Gespräch. Er hat Finanzkreisen zufolge gute Chancen, der nächste Fed-Chef zu werden.

Mit Agenturmaterial

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