„Kuba-Wirtschaft“: Warum alternde Fahrzeuge und Flugzeuge Profite bringen
München, Frankfurt. Es sind bemerkenswerte Sätze, mit denen Konzernchefs aktuell das Alter von Fahrzeugen und Flugzeugen beschreiben. Wenn der Staat nicht handle, „bekommen wir einen Kuba-Fuhrpark“, sagte der Chef des Lkw-Herstellers MAN, Alexander Vlaskamp, dem Handelsblatt in einem Interview im September. Transporteure führen ihre alten Lkw einfach immer länger.
Auch Lufthansa-Chef Carsten Spohr sagt: „Wir fliegen auf der Langstrecke mit 23 alten Flugzeugen, die schon längst nicht mehr hätten fliegen sollen.“ Sicher seien diese Flugzeuge natürlich dennoch, sie würden intensiv gewartet. Doch ihr Alter passt zu einem Trend, der immer deutlicher zu beobachten ist.
Fahrzeuge und Flugzeuge sind immer länger im Einsatz. Deutsche Autos etwa sind mit einem Durchschnittsalter von 10,3 Jahren so alt wie nie. Und ein durchschnittlicher Lastwagen in Europa fährt laut Vlaskamp mittlerweile seit 14,3 Jahren, so lange wie nie zuvor.
Auch das durchschnittliche Alter der weltweiten Verkehrsflugzeugflotte hat sich in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten auf rund 20 Jahre verdoppelt, wie Analysten der H&Z Unternehmensberatung ermittelt haben.