Argentinien: Drei Argentinier berichten, wie sie Mileis Kahlschlag erleben
Buenos Aires. Als sie das Ziel hören, stornieren erst einmal vier Uber-Fahrer den Auftrag, zwei Taxifahrer lehnen ab. Gregorio de Laferrere heißt das Viertel in der Peripherie von Buenos Aires. 30 Kilometer sind es von der Stadtmitte bis dorthin. Es gilt als eines der ärmsten und gewalttätigsten Viertel im Großraum der Hauptstadt.
Doch an diesem sonnigen Morgen Anfang Dezember wirkt es mit seinen ärmlichen Häuschen beschaulich – trotz der grünen Brühe, die im Straßengraben vor den Häusern fließt, und der Gitter, mit denen die Fenster gesichert sind.
Edhit Tejada kommt mit ihrem Rollstuhl aus der Tür und bittet in die Küche. Ihre Schwiegertochter hat einen Kuchen gebacken. Für den Besuch aus der Stadt gibt es Kaffee statt Mate-Tee.
Die 64-jährige Sozialhilfeempfängerin erzählt im Detail, wie sich ihr Leben verändert hat, seit Präsident Javier Milei im fernen Regierungspalast regiert. „Wir haben zum ersten Mal seit langer Zeit Stabilität“, beginnt sie das Gespräch. Es klingt, als hätte sie einen Sechser im Lotto.