Vor Bundestagswahl: FDP trägt Gesetz zur kalten Progression nicht mehr mit
Christian Lindner: Der FDP-Chef spricht sich gegen das Gesetz zur Eindämmung der kalten Progression aus. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
Berlin.
Beim Gesetzesentwurf zur Eindämmung der sogenannten kalten Progression in der Besteuerung
will die FDP so nicht mehr mitziehen. Damit ist das Vorhaben vor der Neuwahl des Bundestags
obsolet, nachdem auch die Union das Vorhaben der zerbrochenen Ampel-Koalition so nicht
mittragen will.
Er habe zwar für die steuerliche Entlastung gekämpft, sagte der FDP-Vorsitzende und
frühere Bundesfinanzminister Christian Lindner dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.
„Allerdings sind in dem Ampel-Gesetzentwurf Kompromisse enthalten, die wir als im
wahrsten Sinne des Wortes freie Demokraten jetzt nicht mehr akzeptieren müssen. Wenn
die Rumpfregierung Scholz also mit der FDP die Menschen doch entlasten will, dann
nur pur und ohne weitere Parteiideologie.“ Ansonsten werde der nächste Bundestag ein
solches Vorhaben rückwirkend beschließen.
Mit dem Entwurf soll verhindert werden, dass Bürger durch den ansteigenden Steuertarif
auch dann mehr an den Fiskus zahlen müssen, wenn ihre Gehaltserhöhung nur die Inflation
ausgleicht.
SPD und Grüne auf FDP angewiesen
SPD und Grüne sind faktisch auf die Unterstützung ihres Ex-Koalitionspartners FDP
angewiesen, um das Vorhaben noch vor der Bundestagswahl zu beschließen. Kanzler Olaf
Scholz (SPD) hatte zwar CDU-Chef Friedrich Merz aufgefordert, noch vor dem Jahresende
Entlastungen für Bürgerinnen und Bürger zuzustimmen – die Union sprach sich jedoch
für eine Entscheidung erst nach der Bundestagswahl und eine rückwirkenden Entlastung
aus.