Eliteinternat-Schulleiter: „Ich würde konsequent alle Schulen privatisieren“
Berlin. Herr Rösner, Sie leiten seit zehn Jahren das Internat Louisenlund. Ihr Vorgänger Werner Esser definierte die Mission der mitunter 50.000 Euro pro Jahr teuren Privatschule einmal so: Die Absolventen „sollen die Elite von morgen bilden“. Ist das auch Ihr Ziel?
Ja. Daran hat sich nichts geändert.
Wie definieren Sie denn Elite?
Es gibt eine Leistungselite und eine Verantwortungselite. Unser Mitbegründer Kurt Hahn, der auch Schloss Salem aufgebaut hat, sagte mal: Wenn wir als Gesellschaft klug sind, sollten wir den Kindern, die qua Geburt privilegiert sind, die besten Bildungschancen geben.
Warum ausgerechnet denen, ist das gerecht?
Weil die es sind, die einmal Unternehmen oder Vermögen erben werden. Deshalb sollten wir darauf hinarbeiten, dass diese Menschen ihr Geld und ihre Macht nicht für egoistische Zwecke einsetzen, sondern verstehen, was soziale Marktwirtschaft bedeutet. Also ist unser Auftrag, junge Menschen so zu erziehen, dass sie der Gesellschaft bewusst und freiwillig dienen.
Der Abiturdurchschnitt liegt bei Ihnen bei 2,07, der Landesschnitt ist 2,4. Ist das Leistungselite?
Es geht nicht darum, dass alle ein Abi mit 1,0 machen. Es gibt in jedem Jahr auch Schüler, die das Abitur nicht bestehen, was dazu führt, dass ich in jedem Fall verklagt werde. Aber die deutsche Schule hat vor allem ein Problem: Sie schafft es nicht, Kinder, die wirklich Talent und Interesse haben, herausragend zu fördern. Wir haben vor acht Jahren ein Programm gestartet, das „plus-MINT“ heißt. Damit bieten wir besonders talentierten Kindern die Möglichkeit, bei uns unterrichtet zu werden.