Konstantin Kuhle: Wird dieser FDP-Politiker einmal Christian Lindner ersetzen?
Berlin. Wenn in der FDP Debatten ausbrechen, über die Strategie und das Personal, dann fällt bisweilen ein Spruch: stützen oder stürzen. Weitermachen also wie bisher oder Revolution? Ein Dazwischen, sagt Konstantin Kuhle, gebe es für viele Liberale nicht.
Kuhle, 35 Jahre alt, Jurist, seit 2017 Bundestagsabgeordneter der FDP, erwähnt diesen Spruch auf einer Zugfahrt von Göttingen nach Berlin. Es ist ein Abend im Oktober vergangenen Jahres, die FDP hat ihr D-Day-Drama noch nicht erlebt, die Enthüllung also, dass die Parteispitze das Ende der Ampel lange vorbereitet haben soll.
Die Ampelkoalition existiert noch, Kuhle ist in diesen Tagen einer ihrer Verteidiger. Er sagt, die Deutschen wünschten sich Stabilität. Stützen statt stürzen also, so sieht Kuhle es.
Er kommt gerade aus seinem Wahlkreis, im Gemeindesaal von St. Jacobi in Göttingen hat er über russische Desinformation gesprochen. Er kann lange darüber reden, er hat sich tief in das Thema eingegraben, der Saal war gut gefüllt.