Start-up dpv-analytics: Start-up kooperiert mit Wearable-Anbieter für Kardio-Check
Bonn. Smartwatches können längst mehr als Schritte zählen, sie ermöglichen auch sonst eher unhandliche EKG-Messungen. Schon 2019 konnten Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung zeigen, dass die Uhren die Herzfrequenz so präzise erfassen, dass sie sogar Vorhofflimmern erkennen.
Seit Kurzem können Nutzerinnen und Nutzer einer Smartwatch des Anbieters Withings ihr EKG per E-Mail an eine Plattform senden. Innerhalb eines Tages erhalten sie eine detaillierte Auswertung. Das ermöglicht eine neue Kooperation von Withings mit dem Hamburger Start-up dpv-analytics.
Die Ärzte Ekkehard Schmidt, Matthias Glawe und Stephan Kranz haben dpv-analytics 2018 aus ihrer Hamburger Gemeinschaftspraxis ausgegründet. Mit ihrem Start-up wollten sie „Ritmo“ vermarkten, ein von ihnen entwickeltes Mini-EKG-Gerät für Langzeitmessungen.
Langzeit-EKG kann Schlaganfall verhindern helfen
Langzeitmessungen sind nötig, wenn beispielsweise ein Verdacht auf Herzrhythmusstörungen besteht. Solche Störungen gelten als Vorboten eines Schlaganfalls. Werden sie frühzeitig erkannt, ließe sich ein Hirnschlag verhindern, sagen Mediziner.
Doch die üblichen Messverfahren sind umständlich: Patientinnen und Patienten tragen Elektroden auf der Brust, die über Kabel mit einem Rekorder verbunden werden. Das Aufnahmegerät müssen die Patienten während der 24 bis 72 Stunden dauernden Messung entweder an der Kleidung befestigen oder bisweilen um den Hals tragen.