Start-up Lipocheck: Wie Apps bei der Frauenkrankheit Lipödem helfen sollen
Köln. Das Start-up Lipocheck kennt seine Zielgruppe: „40 Prozent Rabatt auf das Plus-Abo zum Weltfrauentag“ annoncierte es Anfang März in seiner App. Denn fast ausschließlich Frauen leiden an der Störung, bei der die Anwendung Abhilfe in Aussicht stellt: Lipödem.
Bei dieser chronischen Fettgewebeverteilungsstörung, umgangssprachlich auch als „Reiterhosen-Phänomen“ bekannt, vermehren sich Fettzellen unkontrolliert und unsymmetrisch. Die Beine und Hüften schwellen stark an, wobei Sport oder Ernährungsumstellungen nicht helfen. Die Haut ist oft empfindlich und neigt zu blauen Flecken, und viele Betroffene haben Berührungs- und Spannungsschmerzen.
Die Ursache ist immer noch ungeklärt. Die Zahl der Diagnosen nimmt indes stark zu. Etwa vier Millionen Menschen in Deutschland leben mit Lipödem. Für sie hat Lipocheck aus Leipzig ein digitales Angebot entwickelt.
Nur wenige Lipödem-Spezialisten
„Wir haben zunächst angefangen, das Wissen zu digitalisieren und einen Symptomtracker zu entwickeln“, berichtet Helena Rapprich. Sie hat Lipocheck vor drei Jahren gegründet, zusammen mit ihrer Schwester Anina Langhans und ihrem Vater Stefan Rapprich. Der auf Lipödem spezialisierte Mediziner wollte die Anamnese in seiner überlasteten Praxis verkürzen.