USA: Amerikaner spüren Zölle nicht? Ökonomen prüfen Trumps Versprechen
Berlin, Dortmund. Donald Trump macht Ernst: Der US-Präsident erhebt Zölle gegen China. Die Abgaben auf Waren aus Kanada und Mexiko sind zwar erst einmal aufgeschoben, aber auch gegen die EU könnten Zölle folgen. Was die Handelsbeschränkungen auslösen? Die Einschätzungen dazu gehen diametral auseinander.
Trump sagte kürzlich zwar, „wir werden kurzfristig ein wenig leiden“. Er erklärte aber auch immer wieder, letztlich würden die US-Verbraucher die Zölle nicht spüren. Schon die Zölle, die Trump in seiner ersten Amtszeit erhoben hatte, hätten „die Amerikaner nichts gekostet“, erklärte er vor einigen Wochen.
Deutsche Spitzenpolitiker sehen das anders: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) erklärte am Montag in Dortmund, die Zölle würden US-Produkte teurer machen und die Inflation anheizen. Auch CDU-Chef Friedrich Merz meint: „Trump wird jetzt auch spüren, dass die Zölle nicht von denen bezahlt werden müssen, die nach Amerika importieren.“
Doch die Realität ist komplizierter. Dass nur eine Seite die Kosten der Zölle trägt, ist nahezu ausgeschlossen. Die Zölle würden auch den USA „sehr schaden“, sagt Jason Furman, ehemaliger Vorsitzender des „Council of Economic Advisers“, dem wichtigsten ökonomischen Beratungsgremium des Weißen Hauses. Gabriel Felbermayr, Präsident des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo), erklärt aber, dass „ein klug gewählter Importzoll die heimische Wohlfahrt steigen lässt“.
Um zu verstehen, warum das so ist und wann welcher Fall eintritt, lohnt ein vertiefter Blick in die Historie und in die wissenschaftliche Literatur.