Baywa r.e.: Neuer Rückschlag für Krisenkonzern Baywa
München. Neue Hiobsbotschaft vom in die Krise geratenen Agrarhändler Baywa. Das Unternehmen kann zwar die Mehrheit an der Problemtochter Baywa r.e., die Wind- und Solarkraftprojekte entwickelt, abgeben. Doch der Schritt kommt den Konzern teuer zu stehen.
Die Transaktion führe zu einem negativen Eigenkapital der Baywa AG, teilte das Unternehmen am Montag mit. Zwar bestehe weiterhin die „positive Fortführungsprognose“. Doch werde sich die Sanierungsphase nun bis Ende 2028 hinziehen, ein Jahr länger als geplant.
Der genossenschaftlich geprägte Konzern war in der Niedrigzinsphase ungestüm ins Ausland expandiert. Der hohe Schuldenberg führte im vergangenen Jahr zu einer existenziellen Krise. Inzwischen ist die Sanierung auf den Weg gebracht. Die Abgabe der Mehrheit an der Baywa r.e. ist dabei ein wichtiger Schritt. Einen Teil seiner Schulden wird das Unternehmen laut Branchenkreisen durch die Entkonsolidierung los.
Baywa r.e. bekommt frisches Geld aus Kapitalerhöhung
Im Zuge der nun verkündeten Transaktion stockt der Miteigentümer, der Finanzinvestor Energy Infrastructure Partners (EIP), seine Beteiligung von 49 auf 65 Prozent auf. Baywa muss die kapitalfressende Tochter dann nicht mehr in ihrer Bilanz konsolidieren. Allerdings muss der Konzern im Rahmen der Einigung Ansprüche aus Gesellschafterdarlehen in Höhe von rund 350 Millionen Euro aufgeben.