Notfallversorgung: Im Notfall hilft Künstliche Intelligenz
Bonn. Wenn in Dänemark der Notruf gewählt wird, nimmt ein Mensch ab – doch im Hintergrund agiert eine Künstliche Intelligenz (KI). Sie analysiert simultan das Gespräch, erkennt Hinweise auf Erkrankungen oder Verletzungen, schlägt Maßnahmen vor.
Und das funktioniert zuverlässig: Studien zeigen, dass die Trefferquote der Software der einer medizinischen Fachkraft oft überlegen ist. Ihr Einsatz spart zudem wertvolle Zeit und verhindert unnötige Krankenhauseinweisungen. Könnte eine solche Technologie auch in Deutschland zum Einsatz kommen?
Gesundheitsexperten sind sich einig, dass die Notfallversorgung in Deutschland optimiert werden muss. Besonders die stationären Notaufnahmen sollen entlastet werden. 2023 wurden hier mehr als zwölf Millionen Patienten versorgt – ein Rekord seit Beginn der Erfassung 2018.
Vorgaben für digitale Ersteinschätzung vorerst gestoppt
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), das zentrale Gremium für die Selbstverwaltung im Gesundheitswesen, hatte auch deshalb Vorgaben für eine digitale Ersteinschätzung erstellt. Seit Juni 2024 hätte die neue Richtlinie greifen sollen, wäre sie nicht vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) beanstandet und damit vorerst gestoppt worden.
„Dabei kann gerade KI im gesamten Notfallmanagement enorm helfen“, sagt Florian Schwiecker, Manager beim dänischen Start-up Corti. Andreas Cleve und Lars Maaløe haben das Unternehmen 2016 in Kopenhagen gegründet, im vergangenen Herbst kam seine medizinische KI-Plattform auf den deutschen Markt.